Backhaus ist abgetragen und wird im Fachwerk-Stil neu aufgebaut

Bald wieder Brot im Ofen

Im Einsatz für den Platzborn und das Backhaus: von links Gerhard Keßler, Antje Keuntje, Irene Hohmeister, Erich Keßler, Michael und Gabriele Brandau, die am künftigen Rastplatz stehen. Bänke und Tisch sind schon fertig gebaut, die Pergola wird noch mit einem Segel überdacht.

Bebra. Was ist passiert mit dem Backhaus an der Pfarrstraße in Bebra? Das fragen sich viele, die vorbeikommen und an der Stelle nur noch eine grüne Plastikplane sehen. Das Backhaus war so marode, dass es abgetragen werden musste.

Aber schon zum Jahresende soll es frisch saniert und funktionstüchtig wieder aufgebaut sein. Das betonten jetzt die Mitglieder des Backhaus-Vereins. Kürzlich hatte es geheißen, ein funktionstüchtiges Backhaus sei passé, ein Mini-Museum geplant, doch dies war offenbar nicht die allgemeine Vereinslinie.

Der Ofen soll in Gang gebracht werden, erklärte Jörg Hohmeister. Der Zimmermann hat kürzlich zusammen mit Helfern das Backhaus abgetragen und auch die Pergola aus alter Eiche gebaut. Geplant ist ferner, die Strom- und Wasserversorgung herzustellen, das Gelände mit Natursteinen einzufassen, einen Zugang zu schaffen und schließlich einen Brunnen zu bauen.

Platzborn im Ortskern

Denn hier, im alten Ortskern von Bebra, gab es früher einmal den „Platzborn“. An diesem Brunnen holten die Bebraner vor Verlegung der Wasserleitungen bis etwa zum Jahr 1900 ihr Wasser. Der Platzborn musste dann der Straße weichen.

Das Backhaus soll nach historischem Vorbild wieder aufgebaut werden, erklärt Irene Hohmeister. Brennt der Ofen wieder, sollen Backtage stattfinden, etwa zu Ostern oder zur Kirmes. Brot, Zwetschgenkuchen, Pizza oder Spanferkel backen – vieles ist möglich.

Idee über zehn Jahre alt

Die Idee mit dem „Börnchen“ ist schon über zehn Jahre alt und stammt von den Nachbarn: der „Hamburger Anna“ und Erich Keßler. Er erklärt, dass hier am Platzborn früher die Kirmes begann. Er selbst war 1955 Platzbursche (Kirmesbursche). Im Jahr 2001 gab es schon eine Zeichnung der Stadt von Karl-Günther Süß, erinnert sich Irene Hohmeister. 20 000 Euro stehen aus Mitteln der Stadtsanierung für das Backhaus und den Platzborn zur Verfügung.

Zugang zum Kirchkranz

Besonders begrüßen würden es die Vereinsmitglieder, wenn das Haus, das an den abgebrannten Hof Holl anschloss, noch abgerissen würde (Foto unten links). Pläne samt einem neu gestalteten Zugang zum Kirchkranz gebe es, bestätigte Manfred Klöpfel im Bebraer Bauamt. Mit einer Anbindung zur Kirche wäre das ganze Projekt eine runde Sache, sagt Irene Hohmeister.

Viele Nachbarn und andere haben schon bei dem Projekt geholfen. Keßlers etwa holten Steine und standen mit Rat, Tat und Sprüchen zur Seite. In Rehwalds Scheune ist zurzeit die Werkstatt, die Firmen Beisheim und Balduf helfen bei Erdarbeiten beziehungsweise Fundamenten. Auch Alexander Reifschneider, Enkel der Hamburger Anna (Keßler), half mit, ebenso einige Kinder. Und die Lehrbaustelle will den Backhaus-Sockel aus Sandstein herstellen und die Gefache ausmauern.

Der Backhausverein freut sich über alte Fotos und Helfer. Kontakt: Vorsitzende Irene Hohmeister, Tel. 06622/1590.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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