Im Landkreis gibt es Ansturm auf Alternativen

Bahnstreik: Mietautos sind rar, Taxis gefragt

Stehen fest hinter ihren Streikzielen: Die Mitglieder der GDL-Ortsgruppe Bebra stehen auch trotz massiver Kritik zum Arbeitskampf ihrer Gewerkschaft. Das Bild ist am Wasserturm entstanden, wo die Gewerkschaft ihr Streiklokal eingerichtet hat. Im Hintergrund sieht man die dort aufgestellte historische Dampflok der Bebraer Eisenbahnfreunde. Foto: Meyer

Hersfeld-Rotenburg. Der von heute bis Sonntag dauernde Streik der Lokführer hat gravierende Folgen auch abseits der Bahnhöfe. Schon gestern zeichnete sich ein Ansturm auf Alternativen ab. Frustrierte Bahnkunden, die sich erst kurzfristig kümmern, dürften daher Probleme bekommen.

Die Bad Hersfelder Autovermietung Europcar hat für die kommenden Tage bereits außergewöhnlich viele Anfragen von Kunden. „Ich habe noch extra Autos liefern lassen, um den Wünschen nachzukommen“, berichtet Till Maybaum von Europcar. „In der gesamten Region, von Göttingen bis Gießen, werden die Autos an diesem Wochenende knapp“, weiß Maybaum. In Bad Hersfeld könnten nur noch einige wenige vermietet werden.

Das Bebraer Taxiunternehmen Keßler rechnet ebenfalls mit vielen Kunden am Streik-Wochenende. Mitarbeiter Hans-Joachim Gleim erklärt: „Wir müssen uns auf mehr Arbeit einstellen. Alle Autos sind im Einsatz, so wie bei jedem Bahnstreik.“ Gerade Bahnreisende, die aufgrund von Verspätungen ihre Anschlusszüge nicht bekämen, stiegen gern aufs Taxi um. „Wir haben auch bereits zwei Buchungen zum Flughafen nach Frankfurt am Main“, berichtet Gleim. „Das kommt nicht jeden Monat vor.“

Auf zusätzliche Fahrten des „Flixbusses“, einem Langstreckenbus, der von der Firma August Kiel Reisen von Bad Hersfeld nach Berlin, Dresden und Frankfurt angeboten wird, können Bahnkunden jedoch nicht hoffen. „Wir würden gerne mehr Busse einsetzen, aber am Wochenende sind alle Fahrzeuge bereits verplant“, sagt Geschäftsführer Thomas Fongar. Auch die Firma K+S befürchtet Auswirkungen des Streiks auf ihren Güterverkehr.

Die Lokführer der GDL-Ortsgruppe Bebra stehen unterdessen weiterhin fest zu ihren Streikzielen. Ortsgruppenvorsitzender Thomas Mühlhausen hat mit den Kollegen das Streiklokal am Wasserturm bezogen.

Mühlhausen rechnet mit massiven Beeinträchtigungen im Fern-, Nah- und Güterverkehr. „Die Züge, die mit beamteten Lokführern besetzt sind, werden unterwegs sein“, sagt er. Welche Züge genau fahren werden, und welche nicht, sei aber völlig unklar, erklärt Mühlhausen. Im Personenverkehr gebe es Ausfälle und Verspätungen auf der Intercity-Verbindung Richtung Frankfurt. Auch die Mitte-Deutschland-Verbindung Düsseldorf-Dresden sei betroffen. Die Bebraer Lokführer wollen in ihrem Streiklokal am Wasserturm Präsenz zeigen.

Von Sarah Rössing und Peter Gottbehüt

Quelle: HNA

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