Bahnhof Bebra: Lösung für Inselgebäude rückt näher

So sah es gestern aus: Das Inselgebäude prägt das Gesicht des Bahnhofs und der Stadt. Beim Abriss der alten Überdachungen hat das unter Denkmalschutz stehende Gebäude gelitten. Die Fassade ist stellenweise beschädigt. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Bebra. Die Zukunft des Inselgebäudes auf dem Bahnhof in Bebra ist noch immer nicht geklärt. Es befindet sich nach wie vor im Besitz der Bahn. Allerdings kommt man einer Lösung inzwischen näher.

So hat es kürzlich ein Gespräch mit dem Konzernbevollmächtigten der Bahn AG für Hessen, Dr. Klaus Vornhusen, Vertretern des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) und Michael Roth, dem SPD- Bundestagabgeordneten und Europa-Staatsminister, mit Bürgermeister Uwe Hassl gegeben.

Die Bahn habe zwei Angebote gemacht, erklärte Hassl auf Nachfrage gegenüber unserer Zeitung. So habe sie einen Erbbaurechtsvertrag über 99 Jahre ins Gespräch gebracht und eine „kleine Mitgift“ in Aussicht gestellt.

Die Bahn sei interessiert an einer Übernahme durch die Stadt. Sie prüfe, ob „das Gebäude bahntechnisch abkömmlich“ sei. Die Prüfung dauere bis zum Herbst.

Wenn es die Zusage von Fördergeld des Bundes, Landes oder der EU für das Inselgebäude gebe, müsste innerhalb von zwei Jahren mit dem Projekt begonnen werden. Dies sei ein Problem, weil die Bahn immer mit ihrem eigenen Bauprüfungsamt beteiligt sei, was die Planung langwierig mache. „Man hat uns nahegelegt, Baupläne schon tischfertig vorzubereiten“, sagte Hassl. Das hieße, dass die Stadt in Vorleistung treten und Geld für Planung ausgeben müsste. 60 000 bis 80 000 Euro nannte Hassl für diesen Zweck.

Für die Nutzung gebe es zwei Varianten:

• Einmal eine Art Kulturbahnhof mit untergeordneter gewerblicher Nutzung oder

• ein Museum im Sternensaal sowie Ausstellungsräume und die Vermietung von Büroflächen. Hier gebe es bereits zwei Miet-Interessenten. Auch der NVV und eine Kartenausgabe könnten Platz finden.

Michael Roth sprach von einem Erinnerungsort an den Verkehrsknotenpunkt Bebra während der deutschen Teilung. Auch für eine Stätte der Bürgerbegegnung sehe er Bedarf.

Der Bürgermeister will als nächstes die Fraktionen informieren. Er hält es für ratsam, den Herbst abzuwarten, „ob wir das Gebäude bekommen“. Dann müssten die Stadtverordneten entscheiden und die Planung in Angriff genommen werden. Hassl sprach von einer Wundertüte, da man nicht wisse, in welcher Höhe künftig noch Fördergeld fließe.

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Quelle: HNA

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