Bahn will Lärmschutzwände in Bebra ab 2017 aufstellen

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In Nachbarschaft zu den Schienen: Während der Cantus wie hier "Am Bahndamm" kaum zu hören ist, machen in erster Linie die Güterzüge älteren Datums einen Höllenlärm. In der Göttinger Kurve sollen zum Teil beiderseits der Gleise Schallschutzwände errichtet werden. Auch hier wird später ein Schallschutz den Blick versperren. Einige Anwohner sind denn auch nicht glücklich, dass sie zwar künftig vom Lärm verschont, aber der Aussicht beraubt werden sollen.

Bebra. Die Lärmschutzmaßnahmen der Bahn in Bebra und Weiterode sollten eigentlich in diesem Jahr schon begonnen haben. Aber bisher stehen die 2012 in Aussicht gestellten Schallschutzwände noch nicht.

Der Grund: Unter anderem wegen einer Petition von Anwohnern, die vom Lärmschutz nicht mehr profitieren sollten, wurde ein erneutes Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Nur noch bis zum Mittwoch, 30. Oktober, läuft die Einspruchsfrist, die Offenlegung endete bereits Mitte dieses Monats.

Die Anwohner waren teilweise erfolgreich. So steht jetzt auch die Sandkaute in dem neuen Plan, sagt der Bebraer Bauamtsleiter Manfred Klöpfel auf Nachfrage. Die Stadt Bebra hat im Wesentlichen nur einen Änderungswunsch. Sie regt in einigen Bereichen eine Verschiebung beziehungsweise eine Verlängerung der Schutzwände an. Dabei geht es insbesondere um Weiterode. Die Frankfurter Strecke sollte nach den Vorstellungen der Stadt mit einer Schallschutzwand (SSW 5) versehen werden, die bis zum Abzweig Berliner Kurve reicht. Nach den bisherigen Plänen endet die Lärmschutzwand schon auf Höhe der Friedhofstraße. Die Stadt schlägt vor, sie insgesamt Richtung Berliner Kurve zu verschieben, sodass sie dann ab der Alleestraße beginnen würde. Profitieren sollen Eigentümer von Häusern, an denen der Lärm den rechnerischen Durchschnittswert von 60 Dezibel nachts übersteigt, und die vor 1974 gebaut worden sind. Dieses Jahr ist entscheidend, weil zu diesem Zeitpunkt das Bundes-Immissionsschutz-Gesetz (BImSchG) in Kraft getreten ist. Es soll vor schädlichen Umwelteinwirkungen schützen.

Es gibt auch noch andere Möglichkeiten des Lärmschutzes, etwa neue Fenster. Betroffene Anwohner können auch jetzt oder später noch Zuschüsse beantragen. Das gilt ebenso für Wandlüfter in Schlafräumen, Verbesserungen an Rollläden, Wänden oder Dächern, bei entsprechendem Nachweis auch nachträglich. Der Eigenanteil beträgt hier 25 Prozent. Dieser private, sogenannte passive Schallschutz, wird von der DB Projektbau betreut. Kontakt: DB Projektbau GmbH, Lärmsanierung, Hermann-Pünder-Straße 3, 50679 Köln.

Quelle: HNA

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