Bahn vertröstet die Kunden: Keine Verbesserungen für Pendler

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Pendler sehen ihre Gesundheit gefährdet: Die Sitze sind durchgesessen und verschmutzt, die Wagen entweder überhitzt oder eiskalt, Lautsprecherdurchsagen sind oft nicht zu verstehen und es ist extem laut. Von links Franziska Gießler, Michael Boley, Daniela Witzel, Cörten Sedef und Helmut Ressler sitzen täglich rund drei Stunden in den schlecht riechenden Waggons.

Bebra. Kurzfristig wird sich für die Pendler, die mit dem IC morgens und nachmittags zwischen Bebra und Frankfurt fahren, nichts ändern. Das erklärte ein Bahnsprecher jetzt schriftlich gegenüber dem Landrat.

Man könne „den Ärger der Fahrgäste sehr gut nachvollziehen“, räumte die Bahn ein. Man wolle ein gutes, verlässliches Produkt anbieten, das für die Kunden auch angenehm zu nutzen sei, teilte Dr. Klaus Vornhusen Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt mit. Und weiter: „Wir werden uns weiter um den baldigen Austausch des besagten Wagenparks bemühen, sehen aber im Moment keine Möglichkeit, dieses Ziel auch kurzfristig zu erreichen“.

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Die Pendler sehen ihre Gesundheit gefährdet, weil in den meisten Wagen dieses Zugpaares (IC 1950 und IC 2204) die Heizungen, Lautsprecher und auch Toiletten nicht mehr richtig funktionieren. Die Sitze sind durchgesessen, es ist laut und schmutzig in den alten Wagen, die keinen IC-Standard haben.

Nachdem die Bahn bisher nicht auf Beschwerden reagiert hatte, haben Betroffene an die Landkreise und Politiker geschrieben und ihre Situation geschildert. Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt hat sich daraufhin an die Bahn gewandt.

Das Zugpaar habe den Nachteil, dass die Wagen vom frühen Morgen bis zum Nachmittag ungenutzt bleiben müssten, weil sie nicht in einen „umfassenderen Umlauf integierbar“ seien, erklärt Vornhusen dem Landrat schriftlich. Der Konzernbevollmächtigte führt weiter aus: „Obgleich die Fahrgäste insbesondere die morgendliche Leistung mit einer Besetzung vor Frankfurt von 80 bis 90 Prozent als relativ voll erleben (nachmittags jedoch nur weniger als 50 Prozent), ist die Gesamtauslastung des Zugmaterials ausgesprochen schwach, die Wirtschaflichkeit des Angebots an der Grenze des Vertretbaren.“

Vornhusen versichert aber, dass die Bahn „in hohem Maße“ daran interessiert sei, das in die Jahre gekomme Zugmaterial schnell gegen einen besseren Standard auszutauschen. Die Modernisierung der IC-Reisezugwagen laufe noch bis Ende 2015. Ab diesem Zeitpunkt sollten laut Planung auch neu georderte Intercity-Doppelstockwagen zum Einsatz kommen, erklärt Vornhusen. Ältere Fahrzeuge könnten dann ausgemustert werden. Man bitte aber um Verständnis, dass zunächst solche Angeobte erneuert würden, bei denen durch sehr hohe Auslastung sehr viele Fahrgäste profitierten. Außerdem werden die Wagen laut Bahnsprecher täglich in Frankfurt gesäubert, damit das im Grunde nicht befriedigende Zugmaterial einen angemessenen Standard erfülle.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Was die Pendler zu dieser Erklärung sagen, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Rotenburg-Bebra.

Quelle: HNA

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