Großes Treffen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft in Bebras Hessischem Hof

Bahn-Jubilare feierten

Ausgezeichnet: Mitglieder ehrte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft in einer Jubilarsfeier im Hotel Hessischer Hof in Bebra für 50 und 60 Jahre Treue. Fotos: Vöckel

Bebra. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft ehrte Mitglieder für langjährige Treue. Im Saal des Hotels Hessischer Hof in Bebra überreichten der Leiter der Geschäftsstelle Frankfurt, Andreas Schäfer, und der Vorsitzende des Ortsverbandes Bebra, Ernst Richardt, den Jubilaren die Urkunden für 60, 50, 40 und 25 Jahre Zugehörigkeit.

„Ohne euch und euer Bekenntnis zu gewerkschaftlichen Werten, wie Solidarität und Demokratie, würde unsere Gesellschaft heute anders aussehen“, würdigte Richardt die Bereitschaft der Mitglieder, sich zu den gewerkschaftlichen Zielen zu bekennen und sie zu unterstützen.

Der Frankfurter Geschäftsstellenleiter Andreas Schäfer kritisierte in seiner Ansprache die Politik der Bundesregierung. Die verweigere vehement das Festschreiben der Mindestlöhne, was aber notwendig sei. Ebenso sprach sich Schäfer gegen die Senkung des Rentenbeitrags aus. Seine Argumente: „Wer Altersarmut künftiger Generationen vorbeugen will, muss heute Rücklagen schaffen und nicht Beitragssätze senken!“ Das sei die Position der Gewerkschaften im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB).

Für den Bereich des Schienenverkehrs warnte der Geschäftsstellenleiter vor falschen Weichenstellungen. Mit den vorgesehenen Regulierungsbestimmungen, in denen unter anderem Höchstsätze für Trassenentgelte (Schienenmaut) festgeschrieben werden sollen, werde genau das Gegenteil erreicht, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen. „Die Infrastrukturbetreiber werden in einem solchen Fall ihre Investitionen an die Erlöse anpassen. Die Folge davon ist eine sich verschlechternde Infrastruktur“, warnte Schäfer. Deutschland habe kein Wettbewerbsproblem auf der Schiene. Im Gegenteil, die Auslastung mancher Strecken stoße bereits heute ohne die prognostizierten Verkehrszuwächse an ihre Grenzen.

Wer es ernst meine mit der Verkehrswende, der müsse dafür auch die notwendigen Mittel bereitstellen und dürfe die Schiene gegenüber der Straße nicht benachteiligen, appellierte Schäfer an die Politiker von Bund und Land. Musikalisch mitgestaltet wurde die Jubilarsfeier von Alleinunterhalter Günter Klein.

Von Herbert Vöckel

Quelle: HNA

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