Die Bahn als Erbe

Kandidaten für Bürgermeisterwahl diskutierten beim HNA-Lesertreff

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Engagiert in der Sache, aber fair den Kontrahenten gegenüber: die vier Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Bebra, von links, Thorsten Bloß, Christina Kindler, Volkmar Hanf und Uwe Hassl. Moderiert wurde der Lesertreff in der Aula des Beruflichen Gymnasiums von den HNA-Redakteuren Gudrun Schankweiler-Ziermann und Peter Gottbehüt.

Bebra. „In Ihrer Haut möchte ich nicht stecken!“ Uwe Hassl brachte es nach über zwei Stunden am Ende des HNA-Lesertreffs zur Bürgermeisterwahl in Bebra auf den Punkt. „Wir halten uns alle für kompetent. Die Wahl am Sonntag, 8. September, ist jetzt ihr Problem“, sagte der unabhängige Kandidat mit einem Schmunzeln.

Manchmal hatte man den Eindruck, da sitzen vier gute Freunde auf dem Podium und geben ihre Ideen zur Zukunft Bebras zum Besten. Auch in den wenigen Augenblicken, in denen die Angriffslust aufblitzte, blieben sie wohltuend gelassen und fair.

Etwa 300 Leser waren in die Aula des Beruflichen Gymnasiums gekommen. Viele nutzten die Möglichkeit, selbst Fragen an die Kandidaten zu stellen.

Horst Müller wollte wissen, wie es mit dem Bahnhofsbereich weitergeht. „Bebra hat sich mit der Bahn identifiziert. Das ist jetzt in Gefahr. Wie können die Teile, die noch sichtbar sind, weiter Identität für Bebra bringen?“, fragte er.

„Der Lokschuppen und der Schornstein sind in einem so schlechten Zustand, dass nur ein Abriss infrage kommt“, sagte Thorsten Bloß (CDU). Er sprach sich für den Erhalt der Drehscheibe als Denkmal aus. „Auch das Inselgebäude muss stehen bleiben“, betonte Bloß. Sonst bleibe beim Blick über die Gleisflächen hinweg nichts mehr, das Identität stifte. Das Gebäude solle von außen in Schuss gebracht werden. Nach einer Nutzung könne man dann in aller Ruhe suchen.

„Eisenbahnerstadt bleiben“

„Alles platt zu machen, ist kein Konzept“, sagte Volkmar Hanf (Gemeinsam für Bebra). „Bebra muss eine Eisenbahnerstadt bleiben. Das ist ihr Erbe“, erklärte er. Das Gelände solle begehbar gemacht und anschaulich gestaltet werden mit Dingen, die die Historie widerspiegeln.

„Abgerissen ist schnell“, erklärte Christina Kindler (SPD). Die Kosten müssten ermittelt werden. Bei einem Abriss sei der Schornstein Sondermüll. Es müsse geklärt werden, ob der Erhalt nicht sogar günstiger sei. „Diese Entscheidungen sollten wir nicht übers Knie brechen. Wir haben keine Eile. Da müssen wir genau hinschauen.“

„Die drei anderen Kandidaten haben in ihrer Rolle als Stadtverordnete gesprochen. Ich tue dann als Bürgermeister von Bebra das, was Sie beschließen“, sagte Uwe Hassl - wieder mit einem Schmunzeln.

Die Leser stellten viele weitere Fragen an die Kandidaten, unter anderem zu den Schulden der Stadt und der Lebensqualität im Alter. Mehr dazu lesen Sie in unserer gedruckten Mittwochausgabe.

Von René Dupont

Quelle: HNA

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