Baggern für sie und ihn: Bebraer Strabag-Lehrwerkstatt macht's möglich

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Allein unter Männern: Larissa Ulrich fühlt sich wohl bei der Arbeit. 

Bebra. Der Bauriese Strabag in Bebra ließ am Donnerstag die Bagger los: Beim Tag der offenen Tür der Lehrwerkstatt konnten sich Schüler an dem schweren Gerät versuchen.

Ganz Deutschland kann nach Bebra kommen. Zumindest zu Strabag. Für das Straßenbauunternehmen zahlt sich die zentrale Lage in der Mitte Deutschlands aus. Junge Menschen aus allen Teilen der Bundesrepublik lassen sich in der Lehrwerkstatt ausbilden. Am gestrigen Tag der offenen Tür erhielten 35 Schüler der Bebraer Gesamt- und Berufsschule einen ersten Eindruck des Unternehmens.

Ein Geben und Nehmen

Simulator: Tom Ahrendt von der Brüder-Grimm-Schule in Bebra übt schon mal das Bagger fahren.

48 junge Männer und Frauen begannen im Jahr 2016 ihre Ausbildung in Bebra. Vom Straßenbauer bis zum Tiefbaufacharbeiter stehen den Jugendlichen sechs Berufe zur Auswahl. Ausbildungsleiter Firas Ajouri hat seit 1998 über 800 junge Menschen begleitet. Für ihn steht fest: „Die Mitarbeiter müssen sich wohl fühlen, dann erbringen sie auch ihre beste Leistung“. Im Gegenzug fordert er Einsatzbereitschaft. Die Mittlere Reife ist für die meisten Berufe Voraussetzung, denn die Praxis allein reicht nicht aus. „50 Prozent bestehen aus Theorie“, erklärt Ajouri, „wer jedoch die ersten vier Monate übersteht, der braucht sich keine Sorgen machen“. Auch 16 Flüchtlinge begannen 2016 ihre Ausbildung in Bebra. Neben den fachlichen Qualifikationen erhalten sie Unterricht in Mathe, Deutsch und Kulturfächern. Eine Förderung vom Bund gibt es dafür nicht, aber „die Flüchtlinge sind schließlich da, also muss auch etwas für sie getan werden“, erläutert Ajouri das Engagement. Bei Strabag sind sie jedoch nicht die Einzigen, die nicht aus der Region kommen.

Talente fördern

Um überhaupt einen Ausbildungsplatz zu erhalten, hat Larissa Ulrich, wie viele andere auch, ihre Heimat Sachsen-Anhalt verlassen. Sie zählt zu den drei weiblichen Azubis in Bebra. Die Entscheidung einen handwerklichen Beruf zu wählen war für die 20-Jährige spontan. Mittlerweile befindet sie sich im zweiten Lehrjahr und bereut ihre Wahl nicht. Nach der Ausbildung zur Baugeräteführerin strebt sie ein Duales Studium im Bereich Bauingenieurwesen an. Die Kosten dafür übernimmt das Unternehmen. „Dadurch können wir die talentierten Mitarbeiter an uns binden“, sagt Ajouri.

Berufsperspektiven

Wer mehr als 50 Kilometer von zu Hause entfernt lebt, kann am Wochenende auf Kosten von Strabag nach Hause fahren. Außerdem wird eine Unterkunft in Bebra gestellt. Nach der Ausbildung ist eine Übernahme so gut wie sicher. Von der Mitte Deutschlands geht es für viele dann in eine der deutschlandweit 120 Niedlerlassungen. Doch auch andere Unternehmen freuen sich über Strabag-Absolventen sagt Ajouri stolz: „Sie sind unser Aushängeschild für Qualität“.

Von Gabriel Knierim

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