Umwelt- und Naturschutzverein hat viel geleistet – jetzt kommt er an seine Grenzen

Wo Bäume Leben sind

Die Gründungsmitglieder des Umwelt- und Naturschutzvereins Nentershausen am 12. März 1993: Dirk Wetterau (von links), Dieter Lehmann, Willi Bettenhausen, Wilhelm Backhaus, Herbert Wenk, Hella Lauterbach, Bürgermeister Lothar Schmidt, Lothar Wehner und Karl-Heinz Berndt. Foto: nh

Nentershausen. Mit vielen kleinen und größeren Aktionen hat der Umwelt- und Naturschutzverein Nentershausen dazu beigetragen, die Gemeinde noch ein bisschen liebens- und lebenswerter zu machen. Das 20-jährige Bestehen feierte er vor kurzem im Jugendheim Nentershausen.

Der Verein war 1993 von acht Bürgern als Ableger der örtlichen Naturschutzbund-Gruppe gegründet worden. Lothar Wehner wurde damals zum Vorsitzenden gewählt. Zweck der Gründung war, sich nicht nur für den Schutz von Tier und Pflanze in der Natur, sondern auch für die wichtigsten Lebensgüter Boden, Wasser und Luft in der Umwelt des Menschen einzusetzen, sagt der heutige Vorsitzende Karl-Heinz Berndt.

Die Mitglieder legten Streuobstflächen an und pflegen sie. Auch um Flächen mit Kalkmagerrasen kümmerten sie sich. Der Verein stellte Informationstafeln auf, zum Beispiel über Totholz.

Protest gegen Stromtrasse

1995 protestierten die Mitglieder bei der Kirmes mit einem Motivwagen gegen die geplante Stromtrasse durch das Gemeindegebiet.

Der Verein gab auch den Anstoß, wieder zu einem Tag der Umwelt aufzurufen, an dem Müll eingesammelt wurde. Mit Brutkästen in Scheunen und Kirchen griffen die Tierfreunde den Schleiereulen unter die Flügel. Die Umweltschützer protestierten 2001 gegen Windkraftanlagen, die bei Dens geplant waren.

2002 löste Karl-Heinz Berndt den Vorsitzenden Lothar Wehner ab. Das Projekt „Lebensbaum-Pflanzung“ startete. Dabei pflanzen Eltern für ihre Neugeborenen im Frühjahr einen Baum und begleiten das Wachstum des Baumes mit ihrem Kind. Das Projekt wurde zu einer Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält. In den zwölf Jahren wurden in der Gemeinde 232 Kinder geboren. Für über 75 Prozent wurde ein Lebensbaum gepflanzt.

Inzwischen sind die Rücklagen aufgebraucht. Der Verein hat nur noch 15 Mitglieder. Mit ihren Beiträgen können sie keine Reichtümer anhäufen. Deshalb müssen die Eltern in Zukunft die Kosten für die Lebensbaumpflanzung komplett selbst tragen.

Retter der Orchideen

Da dem Verein kaum noch aktive Mitglieder zur Verfügung stehen, kann er zurzeit keine aufwendigen neuen Projekte übernehmen, erklärte Karl-Heinz Berndt. Mit dem Baumschnitt des Streuobstes seien die Mitglieder voll ausgelastet.

Auch wenn es nur noch wenige Aktive sind, halten sie dennoch weiter Augen und Ohren für die Natur und die Umwelt offen. Das zeigt eine kleine Geschichte: Manfred Burghardt sah bei einer Radtour in einem Straßengraben auf dem Triesch blühende Orchideen – geflecktes Knabenkraut. Er befürchtete, dass sie Mäharbeiten zum Opfer fallen würden. Mit der Straßenmeisterei Rotenburg verabredete er, dass der Grabenabschnitt beim Mähen ausgespart wurde – und das geschieht seitdem jedes Jahr. (dup)

Quelle: HNA

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