Ein Holzernter (Harvester) schafft am Hesselkopf Voraussetzungen für Magerrasen

Bäume fallen am Spembel

Solz. Am Spembel, einem Hügel über Solz, knickt der Harvester die Kiefern, Lärchen und Fichten wie Streichhölzer um, entastet und schneidet sie in kurze Stücke. Der Harvester, ein halbautomatischer Holzernter, schafft mit brachialer Gewalt Raum für die Pflanzen und Tiere einer alten Kulturlandschaft.

Video: Harvester fällt Bäume am Spembel

Der Magerrasen am Spembel, der in den Flurkarten Hesselkopf heißt, soll wieder wie in vergangenen Jahrhunderten zur Geltung kommen. Erweitert wird hier der artenreiche Magerrasen, erklärte Dieter Gothe vom Naturschutzbund Nabu-Solz. Hessen-Forst lässt dazu zunächst mit der großen Baumfällmaschine auf rund 8000 Quadratmetern sogenannten minderwertigen Nadelwald entfernen.

Gothe erläutert, dass die Halbtrockenrasen mit artenreichen Pflanzen charakteristisch für Solz und die Umgebung waren, nachdem hier über Jahrhunderte Schafe und Ziegen geweidet hatten. Als diese verschwanden, wuchsen die Grünlandflächen wieder zu, so auch teilweise am Hesselkopf, dem Spembel. Ziel der Naturschützer ist es, durch Landschaftspflege den besonders artenreichen halbtrockenen Magerrasen zu erhalten.

Deshalb freuen sich Gothe und seine Mitstreiter, dass die von Trott GbR mit Thilo von Trott als Eigentümer das Projekt ermöglicht.

Wenn der Harvester seine Arbeit getan hat, sollen die gerodeten Flächen durch Pflege den vorhandenen Magerrasen erweitern. Dazu werden dort wieder Schafe und Ziegen weiden, und es wird nachgemäht werden. Der Hesselkopf gehört zu einem der 60 Teilflächen des FFH-Gebiets "Kalkmagerrasen im Zechsteingebiet zwischen Sontra und Morschen". Amtlicherseits betreut wird das Projekt vom Amt für den Ländlichen Raum in Bad Hersfeld.

Knabenkraut in großer Zahl

Floristisch bedeutsam ist das Gebiet für zahlreiche teilweise stark gefährdete Pflanzenarten, darunter das Dreizähnige Knabenkraut in besonders großer Stückzahl.

Die Magerrasen im Zechsteingebiet zwischen Sontra und Morschen haben wegen des Vorkommens dieser Art besondere bundesweite Bedeutung, heißt es in der Projektbeschreibung des Nabu Solz. An Orchideen kommen hier zum Beispiel auch die Große Händelwurz, das Große Zweiblatt, das Weiße Waldvögelein, Helmknabenkraut und Vogelnestwurz vor.

Eine große Anzahl an seltenen Tagfalter- und Widderchenarten leben auf den Magerrasenflächen des Hesselkopfes.

Als besondere Falterarten kommen der GroßePerlmutterfalter, der Sonnenröschen-Bläuling und auch der Mattscheckige Braun-Dickkopffalter vor.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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