Gemeinde Wildeck prüft mögliche Folgen – Parlament hofft auf Einsparungen

Die Bäder privat betreiben?

Wildeck. Die Gemeinde Wildeck wird prüfen, ob es wirtschaftlich für sie Sinn macht, die gemeindeeigenen Bäder zu privatisieren. Mit der Prüfung hat das Parlament in seiner jüngsten Sitzung den Gemeindevorstand beauftragt. Den Antrag dazu hatte die FWG-Fraktion gestellt.

In der Sitzung stimmten die Fraktionen der FWG, der CDU und der Grünen dafür. Den 13 Ja-Stimmen standen zehn Nein-Stimmen der SPD-Fraktion entgegen, zwei Mitglieder der SPD und der Vertreter der FDP enthielten sich.

Bernd Sauer verwies in seiner Begründung des FWG-Antrags unter anderem auf Philippsthal und Schenklengsfeld. „Dort betreibt ein Pächter die Freibäder“, berichtete Sauer.

Festbetrag für Pächter

Nach Angaben Sauers könnte ein Vertrag so aussehen: Die Gemeinde zahlt dem Pächter einen Festbetrag und stellt einen Bademeister ein. Der Pächter kassiert für sich das Eintrittsgeld. Er trägt die Kosten für Strom, Müll und weitere Personalkosten wie eine zusätzliche Badeaufsicht und Reinigungspersonal. Auch für kleinere Reparaturen und die Pflege der Anlage ist er zuständig. „Unser Freibad liegt pro Jahr ungefähr mit 180 000 Euro in den Miesen“, betonte Sauer. „Vielleicht können wir durch eine Verpachtung ein paar Tausend Euro sparen.“

SPD strikt dagegen

„Wohin das führen kann, dass man staatliche Einrichtungen und Unternehmen privatisiert, sieht man am Beispiel der Deutschen Bahn. Züge können nicht mehr fahren, weil Personal fehlt“, erklärte Michael Kaufmann für die SPD-Fraktion. Man könne nicht Gewinne privatisieren und Verluste auf die Allgemeinheit verteilen.

„Wir von der CDU legen uns noch nicht fest. Wir sind aber dafür, alle Möglichkeiten zu prüfen“, betonte Ewald Ellenberger. Viele Städte hätten schon ihre Bäder schließen müssen. „Wir müssen alles auf den Prüfstand stellen, wir dürfen aber nicht alles kappen“, sagte Gerhard Bick (FDP). Mit einer Privatisierung werde es nicht besser, als es jetzt sei. „In Vacha wird das Bad auch privat betrieben. Dort wurden zum Beispiel die Temperaturen drastisch runtergesetzt, um Energie und damit Kosten zu sparen“, sagte Bick in der Diskussion.

Martina Selzer von den Grünen betonte, es sei ein „vernünftiger Vorschlag, eine Privatisierung der Bäder zu prüfen. (dup)

Quelle: HNA

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