Wildeck prüft mögliche Verpachtung – Modell in Schenklengsfeld erfolgreich

Die Bäder auf der Kippe

Der Hit in diesem Sommer: Die Breitwasserrutsche wurde zu Beginn der Sommerferien im Nichtschwimmerbecken in Schenklenksfeld aufgestellt, um es noch attraktiver zu machen. Bürger und Parlamentarier sind nach Angaben von Bürgermeister Gensler mit ihrem Bad sehr zufrieden. Für Familienfeste oder Kindergeburtstage stellt die Betreiberfirma auch kleine und große Wasser-Spielgeräte zur Verfügung. Außerdem bietet sie Schwimmkurse und Aqua-Jogging an. Archiv-Foto: Mario Reymond

Wildeck/Schenklengsfeld. Es hat viel Schweiß gekostet, eine Menge Sitzungen und Diskussionen. Aber aus Sicht der Gemeinde Schenklengsfeld hat es sich gelohnt: Seit 2008 ist das Freibad verpachtet an die Firma Bäderbetriebe Thimet in Stadtlengsfeld (Wartburgkreis).

Über eine ähnliche Lösung denkt zurzeit die Gemeinde Wildeck nach. Einen entsprechenden Antrag hatte die FWG-Fraktion im Parlament Ende August gestellt. Der Gemeindevorstand will bis zum Winter prüfen, ob ein Schwimmbetrieb der Bäder unter fremder Regie wirtschaftlich Sinn hat. Das erklärte der Erste Beigeordnete Steffen Sauer auf Anfrage.

Und Wildeck ist nicht allein. Spangenberg (Schwalm-Eder-Kreis) hat vor wenigen Tagen entschieden, sein Freibad an einen Schwimmmeister zu verpachten.

„Ein Glücksfall für uns“

Schenklengsfeld hat nun schon sechs Jahre Erfahrung mit seiner Verpachtungs-Lösung gesammelt. Das Fazit von Bürgermeister Stefan Gensler: „Glücklicherweise sind wir mit Hans-Peter Thimet ins Geschäft gekommen. Die Firma führt das Bad sehr gut. Lediglich in der Anfangsphase gab es kleinere Probleme. Seit langem läuft alles problemlos.“ Mit dem Bäderbetrieb Thimet habe man einen Betreiber gefunden, der das professionell mache.

Auch Schenklengsfeld stand wie viele Gemeinden vor der Frage: Schließen wir das Bad, das in die Jahre gekommen ist, oder finden wir eine Lösung, es weiter zu betreiben?

In Schenklengsfeld bleibt die Gemeinde weiter Eigentümer des Freibades. Sie zahlt einen jährlichen festen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 85 000 Euro an den Pächter. Außerdem trägt die Gemeinde die Kosten für Reparaturen, Sanierungsarbeiten, Investitionen und Neuanschaffungen.

„Früher war für uns der Zuschussbedarf je nach Wetterlage und Besucherzahl unkalkulierbar. Heute haben wir eine feste Größe, mit der wir rechnen können“, erläuterte Bürgermeister Gensler. Der Zuschuss sei im Schnitt um ein Drittel geringer als früher.

Firma berät Gemeinde

Um seine Kosten zu decken, stehen dem Pächter außer dem festen Zuschuss die Einnahmen aus dem Verkauf der Eintrittskarten zur Verfügung. Er muss davon alles bezahlen, was mit dem Badebetrieb zusammenhängt, zum Beispiel Personal, Strom, Wasser und Versicherungen. Der Pächter ist auch für die Einhaltung der Hygiene-Standarts verantwortlich.

Die Firma ist nicht nur für den Badebetrieb zuständig. Sie berät auch die Gemeinde mit ihrem Fachwissen.

„Ein Bad, das ein Betreiber übernehmen soll, muss in einem guten Zustand sein“, sagt Klaus-Peter Thimet. Der Betreiber brauche die Garantie, dass die Besucherzahlen über Jahre stabil bleiben, sonst könne es nicht wirtschaftlich betrieben werden.

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Von René Dupont

Quelle: HNA

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