Der Obersuhler Karl Schöppner hat in vielen Quellen recherchiert

Ein Bach mit vielen Namen

Der Suhlbach liegt ihm am Herzen: Karl Schöppner ist dem Bachlauf und der Frage nachgegangen, wie der Bach durch Obersuhl tatsächlich heißt. Foto: Meyer

Obersuhl Karl Schöppner liebt den Bach durch Obersuhl. Verlässlich plätscherte er schon durch das Dorf, als der 75-Jährige noch ein Kind war. Nur, dass der Bachlauf mal so, mal ganz anders genannt wird, hat Schöppner verwirrt. Er ist der Frage nachgegangen – und hat sie geklärt.

Der Bach entspringt unterhalb der Siedlung Bellers im romantischen Wildecker Tal, fließt durch Kleinensee und Großensee, speist das Naturschutzgebiet Rhäden, fließt durch Obersuhl, passiert Un-

„Mein Heimatgefühl hat eine zusätzliche Stärkung bekommen.“

Karl schöppner

tersuhl und Gerstungen und mündet in die Werra.

Auch ein Heiliger im Spiel

Im Dorf wird er gern Lambertbach genannt, oder auch Rhädenbach. Schöppner recherchierte und fand Dokumente und Karten aus mehreren Jahrhunderten, die dem Gewässer verschiedene Namen gaben: „Landwehr“ hieß er 1592 im westlichen Teil, „Suhla“ im Osten. Später heißt er „Suhl“, dann „Lampertusgraben“, „Lampert“ oder „Lampertsgraben“. Schöppner: „Möglicherweise haben die Verfasser bei Lampertus an einen Heiligen gedacht, der in unserer Gegend gelebt haben könnte.“

Die Bezeichnung „Sulingsbach“ leitet Schöppner vom Seulingswald ab. Später heißt der Bach „Rhädenbach“ oder „Rhedenbach“. Es war Heinrich Hagelgans vom Geschichtsverein, der vor vielen Jahren vorschlug, beim Katasteramt den Namen „Suhl“ zu beantragen. Schöppner hat den Bach mit seinem Hund vollständig erwandert und Natur und Gebäude entlang seiner Ufer aufmerksam beobachtet. Liebevoll hat er seine Beobachtungen mit Fotos in einem Ordner dokumentiert. Die Bilder zeigen Blumen, ehemalige Mühlen, die Spuren eines Bibers.

Nicht überall durchgesetzt

„Mein Heimatgefühl hat eine zusätzliche Stärkung bekommen“, schreibt Schöppner über die Wanderung. „Meine Verbindung zum Suhlbach ist enger geworden.“

In den Karten des Katasteramts heißt der Bach jetzt „Suhl“. Überall durchgesetzt hat sich der Name aber nicht. In einem Telefonbuch von 2014 fand Schöppner eine ganz neue Variante: „Rhedengraben“.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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