Bis zu fünf Meter hohe Erdwälle direkt am Wohngebiet geplant

Autobahnbau rückt Friedewald auf die Pelle

Friedewald. Die schlimmen Befürchtungen der Friedewälder werden wahr: Im Zuge des Autobahnbaus auf der A 4 soll direkt am Neubaugebiet Auweg ein temporäres Erdlager für etwa 200 000 Kubikmeter Bodenaushub entstehen. Als Lärm- und Sichtschutz plant die ausführende Firma DEGES einen bis zu fünf Meter hohen, begrünten Erdwall, der laut Planfeststellungsverfahren unmittelbar hinter den Grundstücken entstehen soll. Am Donnerstagabend wurden die Bürger in Friedewald über das Bauvorhaben informiert.

Der verantwortliche Bauingenieur Gerhard Bößling wurde bei der Versammlung mit dem geballten Unmut der Anwohner konfrontiert. Immer wieder betonte er, dass es sich nur um ein zeitweiliges Zwischenlager handelt. Der Bodenaushub, der bei den Arbeiten zum Neubau der Talbrücke „Großer Kessel“ anfällt, soll später für den Neubau einer Tank- und Rastanlage auf dem Gelände der ehemaligen Grenzübergangsstelle Herleshausen verwendet werden. Etwa bis 2016 sollen die Arbeiten in Friedewald dauern.

„Ich will Ihnen frühzeitig die Wahrheit sagen, aber meine Möglichkeiten, am Planfeststellungsverfahren noch etwas zu ändern, sind begrenzt“, sagte Bößling den aufgebrachten Bürgern. Diese hatten nur durch Gerüchte von den Bauplänen erfahren. Das öffentliche Planfeststellungsverfahren war weitgehend unbemerkt geblieben. Das wurde nun dem früheren Bürgermeister Martin Gröll angelastet. „Er hat sich nicht darum gekümmert,“ sagte Horst George, Gemeindevertreter der SPD. Er kündigte massive Proteste der Anwohner an.

Bauingenieur Bößling indes machte klar, dass der Zeitplan extrem eng ist und kein Spielraum für Umplanungen besteht. Die Talbrücke sei höchst baufällig und eigentlich schon im nächsten Jahr „abgängig“. Wenn bis Ende 2014 keine neue Brücke steht, müsste die ganze Autobahn A 4 gesperrt werden. hINTERGRUND, zUM tAGE, Seite 5

Von Kai A. Struthoff

Quelle: HNA

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