Kreiskrankenhaus

Auszeichnung für Intensivstation: Ängste Angehöriger ernst nehmen

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Immer da: Die Schwestern der Intensivstation kümmern sich auch um die Angehörigen der Patienten. Auf dem Foto von links die Schwestern Arnhild Fröhlich, Christa Dymek, Christiane Wittich, Petra Farkas und Birgit Pohlmann mit Dankeskarten von Patienten und Angehörigen.

Rotenburg. "Ihr Vater musste auf die Intensivstation verlegt werden" - Diese Nachricht ist für viele Angehörige ein Schock. Im Kreiskrankenhaus Rotenburg werden sie mit ihren Sorgen und Ängsten nicht allein gelassen. Dafür wurde die Station nun mit dem Zertifikat "Angehörigenfreundliche Intensivstation" ausgezeichnet.

"Die Intensivstation wirkt für viele bedrohlich", sagt die Leiterin der Station, Schwester Arnhild Fröhlich. Um den Angehörigen die Angst zu nehmen, liegt in jedem Zimmer ein Wegweiser für Patienten und Angehörige. In dem stellt sich die Station vor: Der Tagesablauf wird beschrieben, und die Geräusche der Geräte werden erklärt.

Außerdem stehen darin Verhaltensregeln für die Intensivstation sowie Tipps zur Pflege. Auch ein Kapitel zu Ängsten, Sorgen und Nöten haben die Schwestern verfasst.

Die Patienten im Kreiskrankenhaus werden während ihrer Zeit auf der Intensivstation immer von der gleichen Pflegekraft betreut. Die Schwestern kümmern sich aber nicht nur um den Patienten: Sie haben immer auch die Angehörigen im Blick.

"Wir beantworten ihre Fragen, vermitteln bei Gesprächen mit den Ärzten und versorgen sie mit Getränken", sagt Schwester Christa Dymek. Wer rund um die Uhr bei seinen kranken Angehörigen sein möchte, kann ein Zimmer im Schwesternwohnheim beziehen oder bekommt von den Schwestern einen Sessel neben das Krankenbett gestellt. "Bei uns ist rundum für alles gesorgt", sagt Christa Dymek. In ihren über 20 Jahren als Schwester auf der Intensivstation hat sie die Erfahrung gemacht: Miteinander reden hilft vielen schon. Zertifikat gilt für drei Jahre

Das Zertifikat "Angehörigenfreundliche Intensivstation" wird von der Stiftung Pflege verliehen. Ausgezeichnet werden damit Krankenhäuser, die den Besuch der Angehörigen als Teil ihres therapeutischen Konzepts verstehen. Das Zertifikat gilt für drei Jahre, dann muss es erneut beantragt werden. Das Kreiskrankenhaus Rotenburg ist nach Angaben von Reiner Schickling, Geschäftsführer des Krankenhauses, das erste in Hessen, das von der Stiftung Pflege ausgezeichnet wurde. (vko)


Quelle: HNA

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