50 Kinder mit Behinderungen in den allgemeinen Schulen

Hersfeld-Rotenburg: Ausgebildete Lehrer für Förderunterricht fehlen

Hersfeld-Rotenburg. Über 50 Kinder im Kreis Hersfeld-Rotenburg werden voraussichtlich ab dem kommenden Schuljahr „inklusiv beschult“.

Das heißt, dass diese Kinder mit Behinderungen und Förderbedarf nicht mehr in speziellen Förderschulen wie der Schule für Lernhilfe unterrichtet werden, sondern in der ganz normalen Schule. Die Zahl steht noch nicht genau fest, weil die Förderausschüsse, die für jedes einzelne Kind einberufen werden, noch nicht alle getagt haben.

Wilfried Sandlos von der Friedrich-Fröbel-Schule für Lernhilfe in Bad Hersfeld, an der auch das Sonderpädagogische Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) für Lern- und Erziehungshilfe angesiedelt ist, spricht von schätzungsweise 18 Kindern im Kreisteil Bad Hersfeld.

Im Raum Rotenburg sind es laut Kristiane Menke von der Heinrich-Auel-Schule für Lernhilfe, ebenfalls ein BFZ, maximal 30 Kinder. Vor allem im Raum Rotenburg wird es Probleme geben, die Kinder durch speziell ausgebildete Förderschullehrer zu betreuen. Für die inklusive Beschulung fehlen die Lehrkräfte.

Vizelandrätin Elke Künholz erklärt, es sei aus Sicht des Schulträgers wichtig, dass es laut Schulgesetz inklusiven Unterricht nur geben werde, wenn die räumlichen, sächlichen und personellen Möglichkeiten dies erlaubten.

Nicht nur, dass die Verordnung zur Inklusion noch gar nicht verabschiedet wurde, auch die Sozialgerichte hätten klargestellt, dass die UN-Behindertenrechtskonvention nicht automatisch einen Anspruch auf inklusive Beschulung auslöse, ebenso die Schulwahl der Eltern keinen Anspruch auf Eingliederungshilfen des Kreises.

Tatsache sei, dass die Umsetzung der Inklusion mit der vorhandenen personellen Ausstattung an den Schulen auch mit Unterstützung der BFZ nicht funktionieren könne. Auf einem guten Weg sieht Anita Hofmann vom Staatlichen Schulamt die Schulen.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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