Franz (SPD) kritisiert Pläne der Kultusministerin

Ausbildungsgang soll wegfallen

Dieter Franz

Bebra. Den Plan der hessischen Kultusministerin Nicola Beer (FDP), in Zukunft keine Technischen Zeichner mehr in der Beruflichen Schule Bebra auszubilden, kritisiert SPD-Landtagsabgeordneter Dieter Franz (Wehretal) .

In der Beruflichen Schule Bebra werde eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Ausbildung und regionaler Wirtschaft geleistet. Auch die Wirtschaft in der Region setze sich für den Erhalt des Ausbildungsganges in Bebra ein. Zudem sorge die sinnvolle Verbindung der Fachrichtungen dafür, dass auskömmliche Schülerzahlen erreicht würden und die fachliche Vertiefung an der Beruflichen Schule möglich sei.

Die Fachrichtung und die dazugehörigen Verbindungen in die Betriebe seien auch für andere Ausbildungsgänge wichtig, gibt Franz zu bedenken. Fielen diese Kontakte weg, „wird der Schule in Bebra der Boden unter den Füßen weggezogen“, ist der Abgeordnete überzeugt.

„Sehr kurzsichtig ist auch der Verweis der Landesregierung auf gesunkene Ausbildungszahlen. Diese sind vor allem die Folge wirtschaftlicher Umbrüche in der Region. Mittlerweile ist die Zahl der Auszubildenden in der Grundstufe wieder auf einem ordentlichen Niveau“, erklärt Franz.

Außerdem werde auch eine Klasse mit 25 Tiefbauarbeitern nach Kassel verlegt. Offenbar argumentiere die Landesregierung, wie es gerade passe. „Hauptsache, die Oberzentren werden auf Kosten der Region gestärkt“, kritisiert Franz.

75 Prozent der Auszubildenden im Bereich Technische Produktdesigner würden in der Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion ausgebildet. Dies entspreche dem früheren Berufsbild des Technischen Zeichners. Warum dieser Ausbildungszweig auf zwei Standorte in Hessen konzentriert werden solle, sei nicht nachzuvollziehen.

Die beabsichtigte Schließung des Ausbildungszweiges in Bebra „wäre ein weiterer Schlag ins Kontor, der im Besonderen die Zukunftsfähigkeit unserer Region trifft“, sagt Franz. Immer wieder habe die Landesregierung wichtige Strukturentscheidungen gegen die Region getroffen, wie zum Beispiel die Schließung der Gerichtsstandorte, die Verlagerung von Polizeistellen oder wichtiger Kompetenzen des staatlichen Schulamtes Bebra zum Landesschulamt nach Wiesbaden. Die Landesregierung schwäche mit dieser Politik die Attraktivität des ländlichen Raumes für die Wirtschaft und für die jungen Menschen, kritisiert Franz, der die Ministerin deshalb aufgefordert hat, ihre Entscheidung zurückzunehmen. (ach) Archivfoto: nh

Quelle: HNA

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