Ausbildungsberaterin Sonja Strache hilft, wenn es bei der Lehre Probleme gibt

Damit’s mit der Ausbildung klappt: Sonja Strache (links) ist für das Programm QuABB Ansprechpartnerin für Auszubildende, Berufsschullehrer und Betriebe im Kreis. Sie versucht, Ausbildungsabbrüche zu verhindern. Geholfen hat sie zum Beispiel Nicolas Baumgardt aus Kirchheim und Yessica Fretschner aus Alheim. Über das Programm freut sich auch Hans-Wilhelm Saal, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Foto: Zacharias

Das Landesprogramm „Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule“ (QuABB) soll hier helfen. Es läuft seit 2010 im Landkreis Hersfeld-Rotenburg und ist seit Juli diesen Jahres bei der Kreishandwerkerschaft angesiedelt.

Yessica Fretschner aus Wildeck hat gerade ihre kaufmännische Ausbildung abgeschlossen. Dass ihr das gelungen ist, daran hat Ausbildungsbegleiterin Sonja Strache wesentlichen Anteil. Yessica Fretschner hat etwa ein halbes Jahr nach Ausbildungsbeginn festgestellt, dass die Konflikte im Betrieb so groß sind, dass sie sich nicht einfach von alleine auflösen werden.

Mit Unterstützung von Sonja Strache suchte sie ein weiteres halbes Jahr Wege, mit den Problemen umzugehen. Ohne Erfolg. Also half Strache der junge Frau bei all den vielen Schritten, die nötig sind, um ein Ausbildungsverhältnis aufzuheben, den Betrieb zu wechseln und die bisher erbrachten Leistungen anzuerkennen.

Im neuen Betrieb lief es für Fretschner so gut, dass sie nach dem zweiten Lehrjahr als Verkäuferin auch noch die kaufmännische Ausbildung anschloss und jetzt mit Erfolg beendete. „Ich hätte das alles gar nicht gewusst - worum ich mich kümmern muss, und was in so einem Fall nötig ist“, sagt Yessica Fretschner und ist froh über die gute Unterstützung.

So geht es auch Nicolas Baumgardt aus Kirchheim, der jetzt im vierten Lehrjahr als Kfz-Mechatroniker für Nutzfahrzeuge ist. Er war zur Arbeitsagentur gegangen, als die Probleme im Betrieb immer drängender wurden. Dort hatte man ihn an Ausbildungsbegleiterin Sonja Strache verwiesen. Auch er ist glücklich, trotz einiger Monate Ungewissheit nun seine Ausbildung ohne Zeitverlust in einem neuen Betrieb fortsetzen zu können.

Gute Kontakte

Gute Kontakte und eine enge Zusammenarbeit mit dem Kreis, der IHK, den Beruflichen Schulen und den Betrieben, sind für Sonja Strache das A und O ihrer Arbeit. So gelingt es ihr oft, für Auszubildende mit Problemen im Betrieb, in der Berufsschule oder im Privatleben geeignete Lösungen zu finden. Nicht immer geht es dabei um einen Wechsel des Ausbildungsbetriebes, auch wenn viele Jugendliche zunächst mit dieser Vorstellung zu ihr kommen.

Manchmal hilft es auch, wenn Strache an einem Konfliktgespräch mit dem Ausbilder teilnimmt, manchmal hilft praktische Förderung oder Nachhilfeunterricht, mitunter bringt ein Sozialtraining, eine Therapie oder eine Familienberatung die Auszubildenden weiter.

Für 80 Prozent der Ratsuchenden sind zwar Konflikte im Betrieb der Anlass, um Hilfe zu bitten, die Problemlagen sind aber meist komplex und müssen auf mehreren Ebenen in Angriff genommen werden, weiß Sonja Strache.

Etwa 90 junge Frauen und Männer suchen pro Jahr ihre Unterstützung, 55 von ihnen hat sie länger begleitet, und für fast alle eine Lösung gefunden. Die Beratung ist vertraulich und kostenfrei für Auszubildende und Betriebe. Finanziert wird das Programm zu 70 Prozent vom Land Hessen. Den Rest tragen der Kreis, die IHK und die Kreishandwerkerschaft. Von Christine Zacharias

Quelle: HNA

Kommentare