Tankstelle an der Carl-Benz-Straße in Bad Hersfeld

Nach Großbrand: An der Total-Tankstelle läuft's wieder

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Jetzt können sie wieder lächeln: Irina und Erwin Klingspon können heute, 110 Tage nach dem verheerenden Feuer, ihre Total-Tankstelle total erneuert und modernisiert wieder eröffnen.

Bad Hersfeld. Es läuft wieder bei Irina und Erwin Klingspon. Heute, 110 Tage nach dem ein Flammeninferno ihre Total-Tankstelle an der Carl-Benz-Straße schwer beschädigt hatte, kann das Pächterehepaar seine Zapfsäulen wieder in Betrieb nehmen. Mehr noch: Die Tankstelle wurde nach dem Brand auch total modernisiert.

„Wir standen damals vor den Ruinen unserer Existenz“, erinnert sich Irina Klingspon an jenen verheerenden Abend des 3. Juli, als ein Wohnmobil beim Betanken wegen eines technischen Defekts in Flammen stand. Die Besitzer, die gerade auf dem Weg in den Urlaub waren, konnten sich unverletzt retten.

Aber der Brand griff schnell auf die Dachkonstruktion und die Fassade der Tankstelle über. Nur durch einen Großeinsatz der Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindert werden.

Stressige Wochen und Monate liegen hinter Irina Klingspon und ihrem Mann. Nur durch den Rückhalt ihrer „Arbeitsfamilie“, wie sie die acht Mitarbeiter der Tankstelle nennt, hätten sie es geschafft.

„Auch die Firma Total hat uns nicht im Stich gelassen, und viele alte Kunden haben uns immer wieder Mut gemacht“, erzählt Irina Klingspon. Zu den Besitzern des ausgebrannten Wohnmobils indes hatten die Klingspons seither keinen direkten Kontakt.

Allen Rettungskräften, der Feuerwehr, Polizei und allen Unterstützern, dankt das Pächterehepaar „von ganzem Herzen – es hätte alles viel schlimmer kommen können“, sagt sie rückblickend.

„Es ist schon sehr ungewöhnlich, dass eine Tankstelle derart brennt“, sagt auch Daniel La Porter, Bereichsleiter Hessen von Total, der in den vergangenen Wochen den Wiederaufbau begleitet hat. Weil aber die Tanks von Tankstellen sehr gut gesichert sind, war das Benzinlager auch beim Feuer vom 3. Juli nicht in Gefahr.

Völlig ausgebrannt: Die Dachkonstruktion und die Fassade der Tankstelle mit dem Wohnmobil-Wrack.

Der Schaden reicht trotzdem: Mindestens eine Million Euro haben die Pächter, mithilfe ihrer Versicherung, gemeinsam mit dem Eigentümer der Tankstelle und der Firma Total in den Wiederaufbau gesteckt. Während dieser Zeit wurden die acht Mitarbeiter weiterbezahlt, die Klingspons lebten von Erspartem.

Und sie nutzen die erzwungene Freizeit, um sich weiterzubilden. Künftig wird das Angebot des Bistros um Hamburger und Baguettes erweitert, eine neue Backtheke und ein Ofen sind schon bestellt. „Auch von außen ist die Tankstelle jetzt total modern und kundenfreundlich“, schwärmt Irina Klingspon vom neuen Design und Logo.

Bis zum letzten Moment wurde gestern im Verkaufsraum gewerkelt und die Regale aufgefüllt. Zuletzt wartet das Tankstellen-Team nur noch auf eine Ladung Winterdiesel damit der Betrieb beginnen konnte.

Auf dem Dach über den Tanksäulen grüßt künftig weithin sichtbar eine überdimensionale Kaffeetasse die Kunden. „Und wir begrüßen jeden mit einem Lächeln“, sagt Irina Klingspon.

Jetzt geht das ja auch wieder.

Quelle: HNA

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