Wildecker Kieswerke wollen Gutachten zu Schäden an Häusern in Obersuhl erstellen

„Auch Baufehler entdeckt“

Viele Obersuhler sind sich sicher: Der Boden unter ihren Füßen und Häusern senkt sich. Ein kleines Beispiel dafür sind diese Garagen. Sie standen einmal dicht aneinander. Jetzt haben sie sich so gesenkt, dass man durch einen Spalt hindurchsehen kann. Fotos: Dupont

Obersuhl. Ein Gutachten soll jetzt dazu beitragen, zu klären, was die Ursache für die gravierenden Schäden an vielen Häusern im östlichen Obersuhl ist. Das Gutachten geben die Wildecker Kieswerke in Auftrag.

Vertreter der Kieswerke und eine von ihnen beauftragte Sachverständige hatten sich am Mittwoch die Schäden vor Ort angesehen. Die Geschäftsführung des Kieswerks sieht nach einer ersten und vorläufigen Auswertung der Besichtigung keinen Anlass, unmittelbare Maßnahmen zu ergreifen. Das betonte Geschäftsführer Berndt Hühne.

Eine Gefahr für die Häuser der Anwohner sei sehr unwahrscheinlich. Allerdings müsse das Gutachten abgewartet werden, das die Sachverständige erstellen werde, erklärte Hühne.

„Wir haben bei der Besichtigung auch offen erkennbaren Baufehler festgestellt“, betonte der Geschäftsführer.

Die Hausbesitzer halten einen Zusammenhang zwischen dem Kiesabbau und den Schäden an den Häusern für sehr wahrscheinlich. Sie lehnen die geplante Erweiterung des Abbaugebiets ab.

Die Vertreter der Kieswerke sahen sich Schäden von zehn Anliegern des Sandwegs und drei Anliegern des Auwegs an, die auf ein an sie gerichtetes Schreiben geantwortet hatten. Die Sachverständige soll jetzt klären, ob die Schäden in einem Zusammenhang mit dem Kiesabbau zu sehen sind. An den Häusern sind unter anderem Risse an Fliesen, in Betonbauteilen und an Wänden festgestellt worden. Auch Pflastersteine haben sich gesenkt.

Ordnungsgemäß verankert?

„Bei einem Gebäude beispielsweise scheinen diverse Baufehler und möglicherweise auch schwerwiegendere Problematiken vorzuliegen“, erklärte der Geschäftsführer der Kieswerke weiter. Dort sei auf dem massiven Kellergeschoss eine Fachwerkkonstruktion verankert worden, die ebenso wie die Steinfassade des Mehrfamilienhauses von einer polnischen Firma errichtet wurde. Hier müsse zum Beispiel geprüft werden, ob die Fachwerkkonstruktion ordnungsgemäß auf dem Massivgeschoss verankert worden sei. Auch eine Untersuchung des auelehmigen Baugrundes sei auf dem Grundstück nicht erfolgt.

Aufgrund der umfangreichen Dokumentation wird die Sachverständige mehrere Wochen für ihr Gutachten benötigen. Sobald die Ergebnisse vorliegen, will die Geschäftsführung des Kieswerks diese an die betroffenen Eigentümer weiterleiten und prüfen, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.

Antwort auf Beschwerden

Dann soll auch darüber entschieden werden, ob die Schäden an weiteren Häusern geprüft werden müssen.

Aufgrund der öffentlichen Berichterstattung seien beim Kieswerk zahlreiche Anrufe eingegangen, erklärte Hühne. Sämtliche Beschwerden würden eingehend geprüft und beantwortet, versprach er.

Von René Dupont

Quelle: HNA

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