Bezirke für Bereitschaftsdienst zusammengelegt - Mediziner forderten Entlastung

Weg zum Arzt wird weiter

Cornberg/Nentershausen/Sontra. Der ärztliche Bereitschaftsdienst wird ab 1. Oktober neu strukturiert. Betroffen sind die Bürger in Nentershausen, Cornberg und Sontra. Diese drei Bereitschaftsdienstbezirke werden mit Ringgau und Waldkappel zusammengelegt. Das teilte Dr. Thomas Meister aus Sontra mit.

Für die dienstleistenden Ärzte vergrößert sich das Einzugsgebiet. „Die Patienten müssen deshalb möglicherweise längere Wartezeiten in Kauf nehmen“, betonte Dr. Meister. Fahren die Patienten zum Arzt, müssen sie zum Teil längere Strecken zurücklegen.

Grund für die Umstrukturierung ist, dass in den Bezirken Nentershausen, Cornberg und Sontra immer weniger Ärzte Bereitschaftsdienst leisten können und müssen. Allein innerhalb der vergangenen eineinhalb Jahre hat ein Arzt die Altersgrenze erreicht. Ein anderer ist schwer erkrankt. Der Praxisbetrieb der beiden Ärzte läuft zwar tagsüber weiter, die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) hat die Mediziner aber vom Bereitschaftsdienst befreit.

„Früher waren es acht Kollegen, die zum Bereitschaftsdienst verpflichtet waren, jetzt sind es nur noch fünf, die diesen langen Wochenend- und Nachtdienst unter der Woche verrichten“, erklärte Dr. Meister. Die Arbeitsbelastung der noch übrigen Kollegen sei damit deutlich höher, besonders in den urlaubsstarken Monaten Mai bis August sowie an den Feiertagen.

Aus diesem Grund haben die Ärzte, die Bereitschaftsdienst leisten, im Frühsommer 2012 den Antrag auf Zusammenlegung der Bereitschaftsdienstbezirke Nentershausen, Cornberg und Sontra mit Ringgau und Waldkappel gestellt.

Diesem Antrag hat die Kassenärztliche Vereinigung zugestimmt, sodass nun ab dem 1. Oktober wieder eine höhere Ärztezahl am Bereitschaftsdienst teilnimmt. Für die Ärzte hat das zur Folge, dass sie weniger oft Bereitschaftsdienst haben.

Ab dem 1. Oktober ändert sich auch die Rufnummer des Bereitschaftsdienstarztes. Es ist dann nicht mehr ersichtlich – wie früher nach öffentlicher Mitteilung in der Zeitung – welche Arztpraxis dienstbereit ist.

An Zeiten ändert sich nichts

Dieses anonyme Vorgehen werde ausdrücklich von der KVH favorisiert, betonte Dr. Meister. Die einheitliche Bereitschaftsdienst-Telefonnummer wird für alle Dienstbezirke gleich sein.

Am täglichen Beginn des Bereitschaftsdienstes ändert sich nichts; Montag, Dienstag, Donnerstag beginnt der Dienst ab 18 Uhr, Mittwoch und Freitag ab 12 Uhr. Auch die Zeiten für die Wochenenden und Feiertage bleiben wie bisher.  hintergrund

Von René Dupont

Quelle: HNA

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