Kandidatenkür für Landtagswahl fiel im Wahlkreis 10 knapp aus

Dreimal schon war er Ersatzbewerber, dazu ist Andreas Trube nach seiner Wahlniederlage gegen Lena Arnoldt dieses Mal nicht angetreten. Sichtlich enttäuscht gratuliert er der Gewinnerin. Foto: Mayer/nh

Sontra. Lena Arnoldt (30) aus Bischhausen wurde von der Wahlkreisdelegiertenversammlung der CDU-Kreisverbände Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner am Montag im Bürgerhaus Sontra mehrheitlich zur Kandidatin im Wahlkreis 10 (Rotenburg) für die Landtagswahl am 22. September gewählt.

Von 68 Delegierten, davon 40 aus Hersfeld-Rotenburg und 28 aus dem Nachbarkreis, waren 65 (39/26) anwesend. Von ihnen stimmten 35 für Lena Arnoldt und 30 für Andreas Trube. Nach Freund Johannes und Vater Friedrich gratulierte Trube der Siegerin als nächster.

Christian Stahl als Ersatz

Dann schien die Luft raus zu sein, denn an der Wahl des Ersatzbewerbers nahmen nur noch 62 Delegierte teil. Davon votierten 50 – das sind 86,2 Prozent – für den einzigen vorgeschlagenen Kandidaten Christian Stahl aus Alheim. Es gab acht Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen.

Wahlleiter für die umfangreichen Formalitäten war Bundestagsabgeordneter Helmut Heiderich. Einleitende Worte sprachen die Kreisvorsitzenden Thorsten Bloß und Frank Hix. Hix bezeichnete das Bewerberduo als „gute Auswahl“. Damit könne man unabhängig vom Ausgang „sehr gut bestehen“. Ziel müsse in jedem Fall sein, das Direktmandat zu gewinnen, erklärte er.

Für Andreas Trube, den 51-jährigen Polizeihauptkommissar aus Sontra, hat es nicht gereicht – obgleich sein eigener Ortsverband mit 14 Delegierten exakt doppelt so stark ist wie die anderen aus Herleshausen, Meißner, Ringgau, Waldkappel, Wehretal und Weißenborn zusammen. Lena Arnoldt hatte bei der Abstimmung der Wahlkreisdelegierten die Nase knapp vorn. Ausschlaggebend war die größere Zahl der Delegierten aus Hersfeld-Rotenburg, die mit 39 ein Drittel stärker war als die aus dem Nachbarkreis.

CDU-Geschäftsführer Lothar Winter hatte Lena Arnoldt vorgeschlagen, die als „junge, sympathische Frau“ ideale Voraussetzungen mitbringe, der die Politik in die Wiege gelegt worden sei und für die er einen aussichtsreichen Platz auf der Landesliste erwarte.

Jürgen Weber aus Sontra schlug Andreas Trube vor, „ein Kämpfer, der CDU lebt“. Er sei jung geblieben und bringe, wohnhaft an der Schnittstelle beider Kreise, vieles mit.

In ihrer persönlichen Vorstellung sagte Lena Arnoldt, sie wolle erfolgreiche Politik in Hessen fortsetzen und im Wahlkreis durchsetzen. Als ihre Schwerpunkte nannte sie die A 44, ein schnelles Internet, Kinderbetreuung und Finanzen. Eine SPD-Einheitsschule werde es mit ihr nicht geben, der Länderfinanzausgleich müsse reformiert werden und in der finanziellen Ausstattung der Kommunen müsse ein demografischer Faktor einfließen. Solidarität ja, aber nicht über den Tisch ziehen lassen, sagte sie und endete nach zwölf Minuten mit „ich bin eine echte Alternative“.

Zwei Monate beruflich pausieren wollte Andreas Trube, um an jeder Haustür zu klingeln und „Stimmen zu holen im tiefroten nördlichen Wahlkreis“. Mit Seniorenwohnsitzen, Breitband, A 44, Verschuldung, Einheitsschule und Energie setzte er im wesentlichen auf die gleichen Themen wie sein Konkurrentin – ebenfalls zwölf Minuten lang. (hm)

Quelle: HNA

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