Regierungspräsidium verlagert Dezernat nach Hünfeld – SPD übt scharfe Kritik

Arbeitsschutz muss umziehen

Hersfeld-Rotenburg. Das Regierungspräsidium Kassel wird sein Dezernat Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik – früher als Gewerbeaufsicht bekannt – von Bad Hersfeld nach Hünfeld verlagern. Das bestätigte gestern auf Nachfrage unserer Zeitung der Sprecher des Regierungspräsidiums, Michael Conrad.

Vom Umzug betroffen sind 13 Mitarbeiter, die bislang im Gebäude am Hubertusweg untergebracht waren. Das Dezernat war vor zehn Jahren von Fulda – wo die Mitarbeiter bis dahin ihren Sitz hatten – nach Bad Hersfeld verlegt worden. Wann sie nun nach Hünfeld wechseln, stehe noch nicht endgültig fest, erklärte Conrad. Der Umzug sei zum Beginn des kommenden Jahres vorgesehen und hänge von der Fertigstellung der künftigen Räumlichkeiten ab.

Frage der Wirtschaftlichkeit

Das Dezernat soll in Hünfeld im Gebäude der Beihilfe untergebracht werden, das dort zurzeit ohnehin in größerem Umfang ausgebaut werde, weil der Platz für die Beihilfe zu knapp geworden sei, erklärte Conrad. In Hünfeld seien die Mitarbeiter künftig – vor allem im Bereich EDV – wesentlich besser ausgestattet. Für den Wechsel sprächen zudem Einsparungen, weil künftig eine Immobilie weniger angemietet werden müsse. „Die Entscheidung ist nach Wirtschaftlichkeit getroffen worden – es wird auf die Verwendung von Steuergeld geachtet und nicht etwa nach Parteifarbe entschieden“, sagte er.

Scharf kritisiert hat unterdessen der SPD-Unterbezirk Hersfeld-Rotenburg die geplante Verlagerung. „Offenbar hat es nur unzureichende ernsthafte Bemühungen seitens des Regierungspräsidiums Kassel gegeben, den Standort in Bad Hersfeld zu belassen – fachlich gab es keinen Grund für diese Entscheidung – es sei denn, es wird ernsthaft akzeptiert, dass wieder einmal seitens der CDU der Landkreis Fulda zum Nachteil Hersfeld-Rotenburgs befördert werden soll“, sagte der SPD-Unterbezirksvorsitzende Torsten Warnecke. Wenn es ausschließlich um räumliche Probleme gegangen sei, hätte sich gewiss seitens der Stadt Bad Hersfeld und des Landkreises Hersfeld-Rotenburg eine Lösung finden lassen, erklärte Warnecke.

Zum Nachteil des Landkreises

In diesem Zusammenhang erinnere die SPD an die zahlreichen Beschlüsse der seit 15 Jahren in Wiesbaden regierenden CDU zum Nachteil des Kreises Hersfeld-Rotenburg, sagte Warnecke. Als Beispiele nannte er die Schließungen der Forstämter Niederaula und Nentershausen, die Schließung des Katasteramtes in Bad Hersfeld, die Schließung der Außenstelle des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen, die Schließung des Staatlichen Schulamtes in Bad Hersfeld und die Schließungen des Arbeitsgerichts in Bad Hersfeld sowie des Amtsgerichts in Rotenburg.

Von Peter Gottbehüt

Quelle: HNA

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