Anwohner sind aufgebracht

Anwohner empört wegen Baumfällarbeiten entlang des Mündersbachs

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Horst Dallendörfer, links, und Willi Ziligen am Bachlauf direkt an ihrem Grundstück. Vorher wuchsen hier Bäume und Sträucher, jetzt ist das Bachufer kahl.

Rotenburg. Aufgebracht und empört haben einige Anwohner auf die Fällung zahlreicher Bäume entlang des Mündersbachs reagiert.

Mitarbeiter des Bauhofs haben begonnen, entlang des Bachlaufs zwischen Wilhelminenhof und der Tennisanlage in Rotenburg Büsche zu entfernen und Bäume zu fällen.

Horst Dallendörfer blutete das Herz, als er das kahle Bachufer sah. „Eine Schweinerei ist das“, schimpft er. Der Garten seines Grundstücks an der Straße VDK-Siedlung grenzt an den Bachlauf. Mehrere Erlen wurden hier gefällt, Sträucher entfernt.

Für die Argumente des Umweltbeauftragten Heinrich Wacker vom städtischen Bauamt hat er kein Verständnis. Die Bäume müssten gefällt werden, weil sie den Hochwasserabfluss behinderten. Wacker erinnerte an das Hochwasser im vergangenen Herbst, das einige Häuser am Bach stark betroffen hatte. Außerdem, so Wacker, hätten sich einige Bäume zu weit über die Straße geneigt. Etwa 15 Bäume würden deshalb gefällt.

Stellen am Mündersbach nach den Arbeiten. Foto: Meyer

Für Horst Dallendörfer und seinen Nachbarn Willi Ziligen gehen die Maßnahmen viel zu weit. Von Hochwasser, so Dallendörfer, sei er in mehreren Jahrzehnten nur zweimal betroffen gewesen. Für die Anwohner sei der Bewuchs am Bach wichtiger Lärm- und Lichtschutz gewesen. Vor allem denkt Dallendörfer an die Tiere, für die der Bachlauf Lebensraum ist. Jedes Jahr, so Dallendörfer, würden Wildenten an seinem Grundstück brüten, viele Vogelarten seien hier zu Hause. „Das kann man doch nicht machen“, schimpft er.

Die Fällarbeiten können nicht rückgängig gemacht werden. Dallendörfer fordert deshalb, dass das Bachufer schnell neu bepflanzt wird. Entwicklungsfähige Erlen würden stehen gelassen, verspricht Heinrich Wacker. Und Weiden würden schnell austreiben und seien schon im nächsten Jahr wieder über anderthalb Meter hoch.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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