Antrag: Kitas länger öffnen - Finanzierung ungewöhnlich

Wildeck. Die Fraktionen von Grünen und CDU in Wildeck wollen einen ungewöhnlichen Weg bei der Finanzierung längerer Öffnungszeiten der Kindertagesstätten gehen. Ihr Antrag für die Sitzung der Gemeindevertreter am Donnerstag, 12. Dezember, sieht Folgendes vor:

Die Kindertagesstätten in Bosserode, Hönebach und Richelsdorf sollen ab 1. Mai 2014 nachmittags bis 15 Uhr geöffnet haben. Zurzeit schließen sie um 13.45 Uhr.

Um die Mehrkosten, die dadurch entstehen, abdecken zu können, soll die Gemeinde zwei interkommunale Kooperationen eingehen, die einmalig mit jeweils bis zu 25 000 Euro vom Land gefördert werden können. In welchen Bereichen die Wildecker Verwaltung mit Verwaltungen der Nachbarkommunen zusammenarbeitet, soll sie selbst entscheiden. Solche Kooperationen werden auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg schon vielerorts praktiziert.

Zurzeit sind Kita und U3 in Obersuhl bis 17 Uhr geöffnet. In den übrigen Orteilen schließen die Tagesstätten um 13.45 Uhr. „Das deckt den Bedarf der Familien nicht ab“, heißt es im Antrag der Fraktionen, der von Christel Gohmert (CDU) und Martina Selzer (Grüne) unterzeichnet ist. Vor allem für die Krippenkinder sei es mehr als ungünstig, wenn sie wegen Betriebsschlusses aus dem Mittagsschlaf gerissen werden müssten.

Nach einer Berechnung des Kirchenkreisamtes würde eine Verlängerung der Öffnungszeiten in Bosserode, Hönebach und Richelsdorf knapp 74 000 Euro mehr pro Jahr kosten. 5100 Euro sind bei diesem Betrag schon abgezogen, die durch die Erhöhung des Elternbeitrags um fünf Euro pro Monat zusammenkommen.

Würde die Regelung erst ab 1. Mai greifen, kämen 2014 für neun Monate etwa 55 000 Euro an Mehrkosten auf die Gemeinde zu.

„Die Genehmigung des Haushalts 2014 soll nicht an den Mehrkosten für die längeren Öffnungszeiten scheitern“, erklärte Martina Selzer auf Anfrage. „Unsere Idee, die Prämie für zwei interkommunale Projekte zur Anfangsfinanzierung längerer Öffnungszeiten zu nutzen, ist aus dieser Not heraus geboren.“ So vorzugehen sei eine absolute Ausnahme.

Nach Angaben des Kompetenzzentrums Interkommunale Zusammenarbeit sei das Fördergeld nicht zweckgebunden, betonte Martina Selzer ausdrücklich. Es sei eine Art Belohnung, die auch für Anderes verwendet werden könne. Voraussetzung für die Zahlung des Geldes sei eine Kosteneinsparung von jährlich 15 Prozent über fünf Jahre durch die Zusammenarbeit der Verwaltungen.

Quelle: HNA

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