Christoph Bergmann aus Weiterode verbrachte neun Monate in Shanghai

Annäherung an China

Skyline einer der größten und am schnellsten wachsenden Metropolen der Erde: Shanghai, die größte Stadt Chinas, aufgenommen von Christoph Bergmann. Foto: nh

Weiterode. „Aber warum muss es denn ausgerechnet China sein?“ Christoph Bergmann hat die Worte seiner Mutter noch gut im Ohr. Der Student der Wirtschaftswissenschaften aus Weiterode hatte für sein Praktikum nicht einfach ein europäisches Ziel gewählt. Es zog ihn nach Shanghai, Chinas größte Stadt.  

Es ist eine der boomendsten Metropolen unserer Zeit, aber auch eins der hierzulande noch geheimnisvollsten Länder der Welt.

Doch Bergmann hatte sich die Sache wohl überlegt. Ein Kurzurlaub in China im Februar 2011 verstärkte seinen Wunsch. Und sein Interesse an der Kultur des Reichs der Mitte tat ein Übriges.

Und als die Firma B. Braun Melsungen ihm die Gelegenheit zu einem mehrmonatigen Praktikum in Shanghai bot, war sein Entschluss schnell gefällt. Inzwischen ist Christoph Bergmann nach neun Monaten wieder in Deutschland – sein Examen in Kassel steht an. Die faszinierende Zeit, die er in Shanghai hatte, fasste er für die HNA in Worte.

Nicht ohne Landessprache

Dabei war die für Europäer völlig fremde Sprache zwar das offensichtlichste, aber nicht das einzige Problem bei der Annäherung an China. Die meisten Chinesen seien ja daran gewöhnt, dass Ausländer kaum Chinesisch sprechen. In Shanghai komme man mit Englisch relativ gut zurecht, erzählt Christoph Bergmann. Doch außerhalb der Großstädte komme man ohne die Landessprache nicht weit.

Shanghai als aufstrebende Millionenstadt sei verhältnismäßig westlich geprägt. Unter den vielen Ausländern seien 20 000 Deutsche die zweitgrößte Gruppe in der Metropole, in deren Großraum fast 25 Millionen Menschen leben. Unter diesen bewegte sich Christoph Bergmann auch mit seinem Elektroroller im Straßenverkehr – ein echtes Abenteuer, wie er zugibt: „Der Verkehr gleicht einem Ameisenhaufen, in dem weder Recht noch Ordnung herrscht und die Verkehrsregeln wohl eher als Richtlinien betrachtet werden.“

Anfängliches Abtasten

„Europäischer“ gestaltete sich da Bergmanns Arbeitsalltag bei B. Braun. Bis auf seinen Chef und zwei weitere Deutsche waren sämtliche Kollegen Chinesen. Nach anfänglichem Abtasten sei der Umgang immer freundschaftlicher geworden, sagt er. Nebeneffekt: „Ich verstand mehr und mehr die Sprache“, berichtet Christoph Bergmann begeistert.

Sitzen am Bund

Und so erinnert er sich jetzt, in Weiterode, auch gern an all das, wozu ihm der Arbeitsalltag in der Stadt sonst noch Zeit ließ: „Es gibt quasi nichts, was man in dieser Stadt nicht tun kann“, sagt er begeistert – und nennt dann eine recht erholsame Freizeitbeschäftigung: das Sitzen am Bund, der Uferregion am großen Fluss, der mitten durch Shanghai fließt. „Man kann von dort die beleuchtete Skyline auf der anderen Seite betrachten“, sagt Christoph Bergmann. „Jedenfalls bis 23 Uhr – dann gehen die Lichter aus.“

Christoph Bergmann allerdings möchte sie wieder leuchten sehen: Nach dem Examen in diesem Jahr plant er die Rückkehr nach Shanghai. Ein Jahr lang möchte er dann die chinesische Sprache studieren.

Von Rainer Henkel

Quelle: HNA

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