Ein Angriff aufs Handy

Computerexperte zeigte Schülern Sicherheitslücken ihrer Mobiltelefone auf 

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Da staunten die Blumensteinschüler nicht schlecht: Mit seiner Demonstration verblüffte Computerexperte Erwin Markowsky die Obersuhler Achtklässler.

Obersuhl. Damit hätte Maria nicht gerechnet: Ihr Handy meldet eine Kurznachricht von Freundin Sarah – nur, dass die neben ihr steht und keinen Finger gerührt hat. Erwin Markowsky hat die Nachricht verschickt, vom Computer aus. 

Schüler der achten Klassen der Obersuhler Blumensteinschule erleben den Angriff des Computerexperten in der voll besetzten Aula mit eigenen Augen mit.

Der 46-Jährige im roten Kapuzenpulli sprach in Obersuhl über Datensicherheit und unternahm aus der Deckung dreier Laptops auf Stehtischen wiederholt Angriffe auf Computer und Telefone. Damit verblüffte und schockierte er Schüler, Lehrer und Eltern. Die Aufmerksamkeit der Kinder zog er in seinen Bann, weil er ihre Lebenswirklichkeit unmittelbar berührte.

Dabei hatte Markowsky leichtes Spiel. Er arbeitet für eine Firma, die im Auftrag von Großunternehmen deren Systeme auf Sicherheitslücken überprüft. Dabei gehen er und seine Kollegen vor wie Kriminelle: „Wir manipulieren, stehlen, legen komplett lahm.“

Kaum hatten die Schüler Platz genommen, da hatte Markowsky schon zahlreiche Telefone im Raum geortet, deren Benutzerdaten in einer Liste grüner Worte auf schwarzem Hintergrund über eine Leinwand liefen. Markowsky nahm das Mikrofon eines scheinbar inaktiven Handys in Betrieb, spähte durch die Kamera eines Laptops, spürte in Telefonen gespeicherte Nachrichten und Fotos auf und verriet, dass sich ein Handy leicht lokalisieren lässt. „Es mag sein, dass Eure Eltern nicht wissen, wo Ihr seid, und Eure Lehrer auch nicht. Euer Handy weiß es.“

Vorsicht bei intimen Fotos

Den Schülern vermittelte Markowsky, dass ihnen der Umgang mit Smartphones und Computern oder sozialen Netzwerken wie Facebook zum Verhängnis werden kann. Etwa dann, wenn intime Fotos aus dem Urlaub nach automatischer Gesichtserkennung automatisch an alle Freunde verschickt werden, wenn sie von Fremden beobachtet und belauscht werden, wenn Unbekannte an persönliche Daten gelangen und Erpressungsversuche machen.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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