Amoklauf in Amerika: Pläne für den Ernstfall an Schulen im Kreis

Stilles Gedenken: Viele Menschen erinnern sich in diesen Tagen an die Opfer des Amoklaufs in Conneticut. Foto: nh

Hersfeld-Rotenburg. Die erschreckenden Bilder gingen um die Welt. Der Amoklauf an einer Grundschule in Newtown, USA, bei dem 20 Kinder und sechs Erwachsene starben, ist auch an den Grundschulen im Kreis Hersfeld-Rotenburg ein Thema.

„Natürlich sprechen wir darüber“, sagt Michael Kapuschowski, Schulleiter der Georg-August-Zinn-Schule in Heringen. „Die Kinder nehmen diese Bilder in den Medien auf. Da müssen die Schulen reagieren, schließlich ist Schule ein Ort, an dem geredet wird.“

Wie im Einzelnen im Klassenverband über das Thema gesprochen wurde, konnte Kapuschowski nicht sagen. Er erklärt: „Wir haben jeden Morgen eine Klassenleiterstunde, da kann so etwas Thema sein. Das ist aber von Klasse zu Klasse unterschiedlich.“

Im ständigen Austausch

Die Polizei im Kreis-Hersfeld Rotenburg ist nicht erst seit Newtown gewarnt. „Wir sind für solche plötzlichen Polizeilagen geschult“, erklärt Manfred Knoch von der Polizeidirektion Bad Hersfeld. „Die Zusammenarbeit mit den Schulen läuft sehr gut.“ Auch mit dem Landkreis, dem die meisten Gebäude gehören, ist die Polizei im ständigen Austausch, um über die genauen Gegebenheit vor Ort informiert zu sein.

An der Lindenschule in Alheim sind die Lehrer gut vorbereitet. „Wir haben ein Kriseninterventionsteam. Es gibt einen Plan, nach dem wir stufenweise vorgehen“, sagt Gabriele Schimka, Schulleiterin an der Lindenschule in Alheim. In diesem Jahr hatten die Lehrer sowie der Hausmeister und die Sekretärin eine Fortbildung, die sich über einen Tag erstreckte.

In der Schule im Baumgarten in Bebra liegt neben den Telefonen eine „To-Do-Liste“, sagt Iris Rabe, Schulleiterin an der Schule im Baumgarten. Darauf stehe, wie die Lehrer im Ernstfall vorgehen müssten. Eine Vorsichtsmaßnahme befindet sich direkt am Eingang der Grundschule: Die Schultür der Schule habe keine Klinke mehr. Sie fällt direkt zu und ist dann von außen verschlossen. Wenn jemand in die Schule möchte, müsse er am Eingang klingeln, sagt Rabe.

Ein Team für die Krise

„Es gibt einen geregelten Ablauf, der im Notfall Stück für Stück abgearbeitet wird“, sagt Anita Hofmann vom Staatlichen Schulamt für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg und den Werra-Meißner-Kreis. In jeder Schule gibt es ein Kriseninterventionsteam, das aus dem Schulleiter, einem Lehrer, dem Hausmeister, der Sekretärin und einem Schulsozialarbeiter besteht. Dieses Team erstellt einen schulischen Krisenplan. Im Schulamt stehen zwei Schulpsychologen zur Verfügung, die speziell geschult sind und bei einem Vorkommen sofort zur jeweiligen Schule fahren, sagt Hofmann.

Ein Notfalltelefon ist ebenfalls eingerichtet. Die Polizei im jeweiligen Ort hat alle Ansprechpartner sowie einen Lageplan der Schule vorliegen.

Quelle: HNA

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