Nur wenige Spenden landen in regionalen Kleiderkammern

Altkleider: DRK will Transparenz schaffen

Bad Hersfeld. Kleiderspenden aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg werden nur in geringen Teilen den Kleiderkammern in der Region zugeführt.

Den wesentlichen Anteil der gesammelten Textilien verkaufen die DRK-Kreisverbände Hersfeld und Rotenburg an die DRK Frankfurt Dienstleistungs GmbH. Genaue Zahlen konnten dabei nicht genannt werden. Laut Gunther Müller, Vorsitzender des Kreisverbandes Hersfeld, wurde im Jahr 2012 durch den Verkauf ein Erlös von über 10 000 Euro erwirtschaftet, den die Organisation in gemeinnützige Projekte investierte. Rund 100 Tonnen Textilspenden hat das Deutsche Rote Kreuz im gleichen Zeitraum im Altkreis Hersfeld gesammelt. „In Rotenburg sind das natürlich deutlich niedrigere Zahlen“, sagte Steven Renner, Geschäftsführer des Kreisverbands Rotenburg. Die exakten Werte werden dort aber nicht erhoben.

Die DRK Frankfurt Dienstleistungs GmbH sammelt aus unterschiedlichen Kreisverbänden rund 100 Tonnen Altkleider im Monat. Nur etwa ein bis drei Prozent davon werden den Second-Hand-Läden in Deutschland zugeführt, sagte Geschäftsführer Oliver Backhaus. Der Rest wird an Weiterverarbeitungs- und Sortierbetriebe verkauft. Der Erlös betrug 2012 etwa 250 Euro pro Tonne Alttextilien. Das DRK bemüht sich nach negativer Berichterstattung um Transparenz. Seit Januar stellt der Bundesverband Aufkleber bereit, die für Aufklärung sorgen sollen. „Es gibt eine ganz klare Empfehlung an die Ortsverbände, diese Chance zu mehr Transparenz zu nutzen“, sagte Dr. Dieter Schütz, Pressesprecher des Bundesverbandes. DRK-Vizepräsidentin Donata Schenck zu Schweinsberg ergänzte: „Die Spender haben ein Recht darauf, zu wissen, wo ihre Sachen landen.“

Der Kreisverband Hersfeld hat die Aufkleber für seine Container bereits bestellt. In Rotenburg ist eine Bestellung geplant. ZUM TAGE, HINTERGRUND, SEITE 2

Von Lasse Deppe

Quelle: HNA

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