In der Altenpflege im Kreis Hersfeld-Rotenburg droht Mangel an Fachkräften

Hersfeld-Rotenburg. Pflegenotstand herrscht nach Einschätzung von Altenheim- Betreibern im Kreis Hersfeld-Rotenburg nicht. Allerdings droht durchaus Fachkräftemangel. Mit Ausbildung wollen sie gegensteuern, auch eine bessere Bezahlung der Menschen in diesem anspruchsvollen Beruf könnte der Personalknappheit in der Altenpflege vorbeugen.

„Wir bilden großzügig aus“, sagt Berthold Diebel, Geschäftsführer der Kreisaltenzentren in Rotenburg und Niederaula. Derzeit befinden sich 19 Frauen und Männer in der Ausbildung zu examinierten Altenpflegern in den kreiseigenen Einrichtungen. Ein Arbeitsplatz im Anschluss ist ihnen so gut wie sicher. Er ist mit der Personalsituation zufrieden, aber: „Wir wissen nicht, wie es in zehn Jahren aussieht“, sagt Diebel.

In den 21 Altenheimen, die die Awo Nordhessen betreibt, sind derzeit 200 Auszubildende beschäftigt, erklärt Michael Schmidt, der Geschäftsführer der Awo Nordhessen.

Roland Bardt, der Altenheime in Heringen und Rotenburg sowie Einrichtungen für betreutes Wohnen und eine mobile Pflegestation betreibt, ist anders als seine Kollegen pessimistisch: „Wir bilden aus wie die Irren, aber der Bedarf ist trotzdem noch enorm hoch“. Er hat aktuell 19 Auszubildende im Bereich examinierte Altenpflege und Altenpflegehelfer. Bardt spricht von einem Verdrängungswettbewerb in der Branche: Immer mehr Pflegeheime würden eröffnet, einige Betreiber versuchten aber, ihr Personal über Abwerbungen zu bekommen. Er glaubt, dass der Mitarbeiterbedarf künftig ohne Anwerbung im Ausland nicht mehr zu decken ist.

Roland Bardt und Michael Schmidt sind sich einig, dass die Attraktivität des zwar befriedigenden, aber auch anspruchsvollen und anstrengenden Berufs mit Schichtdienst über mehr Lohn erhöht werden muss. (sis)

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Quelle: HNA

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