Eng und alte Technik? Streit um Ausstattung der Rettungsleitstelle

Die Leitstelle: Maik Miltenberger (stehend) und Helmar Klippert koordinieren den Einsatz von Rettungskräften. Das Foto entstand bereits im vergangenen Jahr. Archivfoto: Meyer

Hersfeld-Rotenburg. Wenige Wochen vor der Landratswahl kritisiert Elke Künholz öffentlich die Ausstattung der Rettungsleitstelle im Landratsamt. Das sorgt für Ärger.

Damit ist ein Streit zwischen der Kandidatin und Ersten Kreisbeigeordneten Elke Künholz (SPD) und Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU) entbrannt. Künholz hat kürzlich mit Feuerwehrleuten gesprochen. Die hätten sie auf schwierige Arbeitsbedingungen in der Leitstelle im Landratsamt hingewiesen, die den Einsatz von Feuerwehren und Rettungsdiensten koordiniert. Das sei Künholz selbst während des Busunglücks Ende Dezember aufgefallen: „Die Katastrophenschutzzentrale platzt aus allen Nähten und ist im Falle eines Großeinsatzes kaum in der Lage, ihre Funktion optimal zu erfüllen.“

Es sei eng, die Arbeitsplätze auf mehrere Räume verteilt, und es fehle moderne Technik, damit alle den Überblick über die alarmierten Kräfte behalten. Stattdessen würden Zettel hin- und hergereicht. „Dies muss schnell anders werden“, fordert Künholz in einer Pressemitteilung.

Darin geht sie so weit, dass die Einsatzkräfte vor Ort wegen der nicht optimalen Bedingungen in der Leitstelle ihre Gesundheit aufs Spiel setzten. Das hat Künholz auf Nachfrage revidiert. Sie fürchte aber, dass im Durcheinander falsche Rettungskräfte alarmiert würden. Sie räumt aber ein, dass das bislang noch nicht passiert ist.

Der für die Leitstelle zuständige Landrat widerspricht Künholz scharf: „Diese Unwahrheiten kann ich nicht stehen lassen“, sagte Schmidt auf Anfrage. Die Räume seien weder beengt noch technisch rückständig. Seit Herbst 2013 sei die gesamte Hardware für über 200.000 Euro ausgetauscht worden. Die Einsätze würden ausschließlich digital bearbeitet, Zettel seit Jahren nicht mehr herumgereicht. Die Mitarbeiter, die beim Busunglück Dienst machten, hätten auch bestätigt, dass es keine Platzprobleme gegeben hätte.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Rotenburg-Bebra.

Quelle: HNA

Kommentare