Die alte Spritze macht es fest

Historisches Löschgerät: Die Handdruckspritze aus dem Jahr 1912 führen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Machtlos auf unserem Bild in einem Festzug mit – das undatierte Foto stammt aus der Festschrift. Die Spritze wird am Wochenende beim Fest in Machtlos ausgestellt.  Repro: Vöckel

Machtlos. Seit wann gibt es eine Feuerwehr in Machtlos? Diese Frage haben die Brandschützer der ehemals selbstständigen Gemeinde, die seit der Gebietsreform 1972 ein Ortsteil von Ronshausen ist, noch nicht geklärt. Trotzdem feiern sie am Wochenende, 27. bis 30. Juli, mit dem Feuerwehr- und Kirmesfest ihr 100-jähriges Bestehen.

Festgemacht haben die Angehörigen der Wehr dieses Jubiläum an einer Jahreszahl: 1912. Sie ist auf der Handdruckspitze der Wehr zu finden, die in dem Jahr vermutlich angeschafft wurde. Das historische Brandschutzgerät hat die Zeit überdauert und ist heute noch im Besitz der Machtloser Feuerwehr.

Keine Unterlagen mehr

„Wir Machtloser Ürhähn sehen deshalb 1912 als das Gründungsjahr unserer Feuerwehr an“, schreibt Ortsvorsteher Udo Berle in der Festzeitschrift zum 100-jährigen Bestehen. Beim Feuerwehr- und Kirmesfest am Wochenende wird die historische Handdruckspritze ausgestellt. Dokumente und schriftliche Unterlagen von der Feuerwehr in Machtlos gibt es bis zum Jahr 1945 nicht.

28 Angehörige

„Sie sind in den Wirren der beiden Weltkriege verloren gegangen oder vernichtet worden“, vermutet der heutige Wehrführer Volker Leimbach. Er stellt als erstes Dokument der Feuerwehr Machtlos ein amtliches Schriftstück vom 10. November 1945 vor. Bürgermeister Leo Burghardi hat in dem Schreiben an den Landrat des Kreises Rotenburg die Namen von 28 Angehörigen einer Feuerwehr in Machtlos aufgelistet.

In weiteren Schreiben vom 18. Oktober 1948 ist von einer Pflichtfeuerwehr mit einer Mannschaftsstärke von 54 Personen und vom 1. April 1952 von einer Hilfsfeuerwehr unter Leitung von Ortsbrandmeister Heinrich Schmidt die Rede.

Die seit 1954 bestehende Freiwillige Feuerwehr Machtlos erhielt 1958 als erste des Kreises eine Motorspritze mit automatischer Ansaugvorrichtung. Die Begründung von Kreisbrandinspektor Wilhelm Fleischhut (Rotenburg): Wegen der abgelegenen waldreichen Gegend. In einem Kalenderblatt berichtete die HNA über dieses Ereignis am 14. August 2008: „Eine moderne Motorspritze vom Typ TS 8 bekam die Freiwillige Feuerwehr Machtlos. So etwas hatte im Kreis Rotenburg noch keine andere.“ Die Motorspritze funktioniert heute noch. Mit der modernen Löschhilfe wurde vermutlich auch der Tragkraftspritzenanhänger beschafft. (zvk)

Quelle: HNA

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