Verordnung schreibt Austausch von 30 Jahre alten Anlagen vor

Alte Heizungen müssen im neuen Jahr raus

Hersfeld-Rotenburg. Öl- und Gasheizungen, die älter als 30 Jahre sind, müssen seit Beginn des Jahres 2015 ausgetauscht werden. Das schreibt die Neufassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) vor, welche im Mai in Kraft getreten ist.

Viele Hauseigentümer seien sich dessen nicht bewusst, sagt Guido Spohr, der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Bad Hersfeld. Dabei sieht die EnEV bei Verstößen eine Geldbuße von bis zu 50 000 Euro vor. Es gibt jedoch Ausnahmeregelungen: Besitzer von selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern müssen die alten Kessel nur tauschen, wenn sie das Haus im Jahr 2002 oder später bezogen haben. Wechselt ein Gebäude mit alter Heizung künftig den Besitzer, hat dieser nach der Übernahme zwei Jahre Zeit für den Austausch. Niedertemperatur-, Brennwertkessel und Anlagen, deren Nennleistung unter vier oder über 400 Kilowatt liegen, genießen ebenfalls Bestandsschutz.

Weil durch die Ausnahmeregelungen der Handlungsdruck fehle, gebe es bisher keinen Sanierungsboom, sagt Peter Ulrich von der gleichnamigen Bebraer Heizungsbaufirma. Viele Besitzer hätten ihre Anlagen jedoch im eigenem Interesse austauschen lassen. Dass sich der Austausch eines Kessels bereits nach 20 Jahren lohne, betont Energieberater Thomas Landsiedel aus Schenklengsfeld. Damit werde zwischen zehn und 15 Prozent Brennstoff gespart, zudem seien Investitionskosten mit zehn Prozent förderfähig. „Viele Hausbesitzer interessieren sich erfahrungsgemäß aber erst für die Technik in ihrem Keller, wenn der Heizkessel ausfällt“, sagt der Ingenieur.

Zuständige Kontrollbehörde sind die jeweiligen Bauämter, erläutert Guido Spohr. Zudem habe der Gesetzgeber die Schornsteinfeger mit der Überprüfung beauftragt. Flächendeckende Kontrollen werde es aus personellen Gründen wohl nicht geben. Zum Tage, Hintergrund

Von Jan-Christoph Eisenberg

Quelle: HNA

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