Künstler und Metallgestalter Michael Stratmann sorgte für moderne Harmonie

Jakobikirche: Altarraum in neuem Glanz

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Ließ sich von seinen Empfindungen leiten: Michael Stratmann hat den Altarraum der Rotenburger Jakobikirche neu gestaltet.

Rotenburg. Der Essener Künstler und Metallgestalter Michael Stratmann hat den Altarraum der Rotenburger Jakobikirche neu gestaltet. Modern, harmonisch und teilweise streng in der Formgebung wirkt das Ensemble aus Altarkreuz, Lesepult, Taufstelle und Osterleuchte, das nun in der Kirche steht.

Der aus dem 16. Jahrhundert stammende Alabaster-Altar bildet weiter das Zentrum des Altarraums. Die Sandsteinstufe, auf der der Altar stand, hat Stratmann entfernen lassen. Stattdessen bilden nun große, helle Kalksteinplatten den Boden für den Altar. Sie hat Stratmann genutzt, um, wie er sagt, „das Zentrum des Altaraums innerhalb des bestehenden architektonischen Chorraums zu definieren“. Die Insel im Boden führt die verschiedenen Elemente zusammen.

Elemente verbinden

Auch Material und Formen verbinden die Elemente. Der Ständer für das Taufbecken, für die Osterleuchte sowie zwei Altar-Kerzenständer und ein Teil des Lesepults sind aus Messing gefertigt. Die Form eines Würfels kommt hier mehrmals vor, außerdem Kreisflächen. So ist etwa die Bodenplatte der Osterleuchte rund.

Die Taufschale aus Zinn aus dem 18. Jahrhundert hat Stratmann integriert. Sie liegt jetzt auf einem Messingständer, den sechs unregelmäßige, blau gefärbte Titanringe umgeben. Damit greift der Künstler das Thema Wasser auf. Die leichte Wellenform der Ringe ist für ihn ein Symbol für die Lebendigkeit.

Im Mittelpunkt steht das Altarkreuz. Für den Künstler ist es das einzige Teil mit einer konkreten Aussage. Dafür hat Stratmann zwei flache, längliche Stahlflächen geschaffen und sie miteinander verwoben. Den Stahl hat er auf über 1200 Grad erhitzt. Risse, Erhebungen und Blasen waren die Folge dieser Prozedur, die für Stratmann Sinnbild für Schmerz und Tod ist. Die anschließende Blattvergoldung des Kreuzes wiederum solle Erhabenheit und Negierung des Leids zum Ausdruck bringen.

Beim Entwurf des Altarraums mit seinen Elementen, berichtet Michael Stratmann, habe er sich von Empfindungen, nicht von Gedanken leiten lassen.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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