Tausende tanzten auf der Festwiese

Das Burg-Herzberg-Festival begeisterte Besucher und Künstler

Breitenbach/H. Wenn es so etwas wie „das perfekte Festival“ gibt, dann ist die 2013er- Auflage des Hippie-Festival vor der Kulisse der Burg Herzberg sehr nahe dran.

„Schuld daran“ ist eine Künstlerauswahl, die nach Meinung vieler Fans zum Besten zählt, was je in der Geschichte des Festivals geboten wurde und der Sonnenschein, den, so sagen es die Stammgäste „wir endlich auch mal verdient haben“. Im vergangenen Jahr war das Festival bekanntlich im Dauerregen und Schlamm erstickt.

Diese Stimmung fasste auch Ex-Genesis Gitarrist Steve Hackett, Besuchermagnet des zweiten Festivaltages, gleich zu Beginn seines Auftritts in Worte: „Alles, was Ihr braucht, ist Sonnenschein.“

Zwischen Techno und Rock

Zum Festivalauftakt spielte ein Eigenwächs: „Brennente“, die Band von Festival-Organisator Gunther Lorz brachte die ersten Festivalgäste mit einer Mischung aus Rock und Chanson plus erotisch leicht anstößigen Texten in eine lockere Stimmung, die Bluesgitarrist Hendrik Freischlader im Anschluss nur aufgreifen musste.

Doch die meisten Rockfans warteten zu dieser Stunde ohnehin nur auf den einzigen Europa-Auftritt der US-Jam-Band „moe“. Sie wurden mit einem zweieinhalbstündigen Konzert belohnt.

Der Freitagnachmittag begann funky. Deutschlands Bass-Legende Hellmut Hattler (Krann, Tab Two) brachte die Musikfans mit einer energiegeladenen Gospel-Dancefloor-Mixtur schnell in Partylaune.

„Wo ist der Bassgitarrist?“ rief derweil Bassekou Kouyate, der Grammy-nominierte, 2008 mit dem Weltmusik-Preis der BBC ausgezeichnete und in der ganzen Welt gefeierte N’goni-Virtuose, hinter der Bühne. Der Kulturbotschafter Malis war mit seiner Band Ngoniba als nächster dran, doch zuvor wollte er unbedingt Hellmut Hattler kennen lernen, „weil ich so ein Bassspiel noch nie gehört habe.“

Was Kouyate und drei seiner Musiker auf ihren N’gonis (dem Banjo verwandte archaisch anmutende Zupfinstrumente) boten, das war nicht Weltmusik vom Feinsten, sondern hob das musikalische Erleben in eine neue Dimension. Tausende tanzten in der Spätnachmittagsonne mit geschlossenen Augen auf der Festivalwiese wie in Trance.

Großes Kino

Doch auf die Herzberg-Besucher wartete am Abend noch ein weiteres Großereignis. Bereits nachts um 3 Uhr war mit der Hängung der Light-Show für Steve Hackett begonnen worden. Das Ergebnis war ganz großes Kino und wie in den alten Tagen, als Peter Gabriel noch sang und Phil Collins hinterm Schlagzeug saß, eine perfekte Show. Höhepunkte an den weiteren Festivaltagen waren unter anderem Garland Jeffreys und Crippled Black Phoenix.

Von Wilhelm Ditzel

Quelle: HNA

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