Ab Februar 2014 gilt auch für den Einzug der Mitgliedsbeiträge das Sepa-Lastschriftverfahren – Tipps für die Vorbereitung

Alle Vereine müssen sich umstellen

Maik Schuchardt

Rotenburg. Noch ein knappes Jahr, dann gelten EU-weit neue Regeln für den bargeldlosen Zahlungsverkehr mit Lastschriften. Wer ab 1. Februar 2014 Geld von einem Konto einziehen will, muss sich an die Richtlinien des Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums, kurz: Sepa, halten.

Weil das alle Vereine trifft, die Mitgliedsbeiträge per Lastschrift einziehen, informiert der Verein Gemeinsam in Rotenburg am heutigen Montag interessierte Vereinsvertreter über das Thema. Die Veranstaltung im Sitzungssaal des Rotenburger Rathauses beginnt um 19 Uhr.

Wir haben mit Kassierer Maik Schuchardt und Schriftführer Wolfgang Bodenstein gesprochen, die selbst bei Kreditinstituten arbeiten.

Die folgenden Schritte erläutern, wie sich Vereine auf Sepa vorbereiten können:

1Am Anfang steht die Gläubiger-ID:

Um am Lastschriftverfahren teilnehmen zu dürfen, muss bei der Bundesbank eine Gläubiger-Identifikationsnummer beantragt werden. Das geht ausschließlich im Internet auf www.bundesbank.de (das Antragsformular finden Sie auf http://zu.hna.de/sepa1103). Vereine, die ihre Kasse bisher noch traditionell führen, sind zum Umstieg auf den Computer gezwungen. Handschriftliche Lastschriften werden künftig nicht mehr akzeptiert.

2Inkasso-Vereinbarung mit der Bank abschließen.

Mit der Gläubiger-ID kann man mit der Hausbank eine Vereinbarung über die Teilnahme am Lastschriftverfahren schließen. Das Kreditinstitut informiert auch, welche Software nötig ist. Womöglich ist nämlich ein neues Programm nötig, das sich auf das XML-Dateiformat versteht, das für Sepa-Lastschriften vorgeschrieben ist. Die Banken bieten teils eigene Programme für Online-Banking an.

3Neue Kontonummern der Mitglieder ermitteln.

Die traditionellen Bankverbindungsdaten der Mitglieder reichen für Sepa nicht aus. Stattdessen werden die neuen internationalen Kontodaten vorausgesetzt. Deshalb muss von allen Mitgliedern die IBAN (internationale Kontonummer) und BIC (Identifikation der Bank) abgefragt werden. Sie steht auf allen Kontoauszügen und teilweise auch auf der Rückseite der EC-Karte.

4Jedes Mitglied braucht eine Mandatsreferenz.

Damit Lastschriften exakt zugeordnet werden können, erhält jedes Mitglied eine individuelle Nummer, die Mandatsreferenznummer. Sie kann der Einfachheit halber mit der Mitgliedsnummer übereinstimmen. Einmal vergeben, darf sie allerdings nicht wieder verwendet werden: Auch wenn ein Mitglied aus dem Verein ausscheidet, kann die frei werdende Mandatsreferenznummer nicht erneut vergeben werden.

5Information der Mitglieder ist wichtig.

Sepa setzt viel voraus. Ziel des komplizierten Verfahrens ist, die Verbraucher vor Missbrauch zu schützen. Deshalb ist es notwendig, dass ein Verein seine Mitglieder rechtzeitig und umfassend informiert, wann welcher Betrag von seinem Konto abgebucht wird. Auch die Gläubiger-ID und die Mandatsreferenz muss ihnen genannt werden. Das kann zum Beispiel bei der Einladung zur Jahreshauptversammlung erfolgen, spätestens aber 14 Tage vor dem Einzug des Mitgliedsbeitrags.

Schon jetzt können Lastschriften nach den Sepa-Regeln eingereicht werden. Ab 1. Februar 2014 sind sie Pflicht. Bodenstein und Schuchardt empfehlen daher, am besten noch in diesem Jahr umzusteigen. Die Experten von Gemeinsam in Rotenburg geben anderen Vereinen dabei gerne Hilfestellungen und beantworten offene Fragen.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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