Alheimer Neujahrsempfang bot viel zum Nachdenken und zum Lachen

Sie mussten arbeiten: Melanie Jürgensmeier (von links), Katharina Weller, Anja Textor, Jennifer Freund, Bianca Schmidt, Marlon Petrus, Jens Wetterau, Thomas Gabrisch, Timo Röthig und Wilhelm Quanz sorgten für Organisation und reibungslosen Ablauf des Neujahrsempfangs der Gemeinde Alheim. Fotos: Janz

Baumbach. Wenn Bürgermeister Georg Lüdtke mit einem Lächeln im Gesicht durch das Bürgerhaus in Baumbach geht und ihm jemand mit den Worten „Na, Chef“ auf die Schulter klopft, dann hat wohl alles geklappt. Die Gemeinde Alheim hat Routine mit Neujahrsempfängen, und auch der 14. ist gelungen.

Denn die Redner stimmten ganz unterschiedliche Töne an. Gastgeber Lüdtke gab sich mit einem Plädoyer für interkommunale Zusammenarbeit ein wenig staatstragend. Für die Stammtische, die schon das Ende der lokalen Identität ausrufen, weil die Verwaltungen enger zusammenarbeiten, hatte er sieben klare Worte: „Alheim bleibt Alheim, und Rotenburg bleibt Rotenburg.“

Kritisch, aber doch fair war die Rede von Marc Heinzerling, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung. Er setzte sich eine Narrenkappe auf, um auch Kritik äußern zu können: „Was ich mir wirklich wünsche für 2014, sind Ehrlichkeit und Offenheit.“

Die Gäste hatten dafür viel Applaus übrig. Dazu zählten Alheimer Bürger, aber auch Bürgermeister aus dem ganzen Kreisgebiet, Vertreter von Polizei, Bundeswehr und Feuerwehr, von Kreditinstituten und Firmen aus der Region.

Schulden und Selbstironie

Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz und Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke sprachen beide über das drängendste kommunalpolitische Thema, den Abbau der Schulden. Doch auch sie gaben den Zuhörern etwas zum Lachen. Künholz schlug schmunzelnd einen Rathausanbau für die vielen Preise vor, die Alheim einheimst. Und Lübcke dankte bei einer kleinen Liebeserklärung an die Nordhessen und ihren Zusammenhalt mit viel Selbstironie für die Einladung an den obersten Kommunalaufseher: „Es gibt Bürgermeister, die würden mich lieber nicht mehr sehen.“

Mit reichlich Fakten legte Ahmed Al Samarraie, Geschäftsführer des Umweltbildungszentrums Licherode, den Zuhörern dar, wie sich die Region wandelt, wie Menschen in die Städte abwandern und das Gefühl von Verantwortung für Ressourcen verloren geht. Doch Al Samarraie endete nicht auf dem Misston, sondern zeigte, wie bei den Kindern mit der viel zitierten Bildung für nachhaltige Entwicklung gegengesteuert werden kann.

Und so gab der ganze Neujahrsempfang den Zuhörern viel zum Nachdenken, aber auch viel zum Lachen.

Bildergalerie zum Neujahrsempfang der Gemeinde Alheim:

Neujahrsempfang der Gemeinde Alheim

Quelle: HNA

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