Alheimer Neujahrsempfang: Heiteres und ernste Worte

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Prost Eierlikör: Die Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätten amüsierten sich.  

Heinebach. Der Neujahrsempfang der Gemeinde Alheim war wieder einmal Anziehungspunkt für viele Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und natürlich die Alheimer selbst.

Der Eierlikör floss in Strömen, die schnell geplünderten Wurst- und Käseplatten wurden immer wieder aufgefüllt, am Tresen und in den Sitzecken herrschte Gedränge. Bevor es so richtig gemütlich wurde im Kompetenzzentrum der Kirchner Solar Group, feierte die Gemeinde sich selbst: als Gewinnerin des deutschen Nachhaltigkeitspreises und als Heimat vieler engagierter Ehrenamtlicher und erfolgreicher Sportler. So hatte Bürgermeister Georg Lüdtke, der durch den Abend führte, viele Gründe, seine Glückwünsche und Dankesworte loszuwerden. Er blickte auf ein gutes Jahr für Alheim zurück, wenngleich auch die Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes ein wenig mitschwang.

Dass die Solargemeinde mit ihrem großen Arbeitgeber Kirchner die Krise der Branche zu spüren bekommt, ist weder für den Bürgermeister noch für Lars Kirchner ein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Kirchner selbst erklärte, die Lage sei viel besser, als sie öffentlich dargestellt werde.

Auch heute noch baue sein Betrieb vier bis fünf Fotovoltaikanlagen täglich. Für Kirchner nur logisch. Es habe nie einen günstigeren Zeitpunkt gegen, in solche Anlagen zu investieren als heute: Investitionskosten seien gesunken, die Rendite sei immer noch ordentlich, vor allem aber sei es günstig, mit dem gewonnenen Strom den Eigenbedarf zu decken. Kirchner forderte, den Subventionsdschungel so schnell es geht zu beenden.

Gemeindevertretungsvorsitzender Marc Heinzerling verschwieg weder die angespannte Haushaltslage in Alheim, noch den Rückgang der Zahl derer, die sich in Vereinen engagieren, stellte den negativen Entwicklungen aber Positives entgegen: „Wir haben es geschafft, eine Gemeinde aufzubauen, in der man gerne lebt.“

Auch Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt sieht das Glas eher halb voll: Bei uns gebe es eine der niedrigsten Arbeitlslosenquoten in Hessen, die Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse sei kontinuierlich angestiegen, 2011 sogar um 2300. Die öffentliche Verschuldung bereitet ihm allerdings „große Sorgen“.

Trotz der ernsten Worte blieb der Abend heiter, dafür sorgten auch die Hergershäuser Landfrauen mit einem Tanz und die Gruppe „Jazz-Therapie“.  

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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