Elvira Walter-Rosner arbeitet in Rotenburger Kaserne und gehörte KFOR an

Über den Dächern von Prizren: Elvira Walter-Rosner aus Lispenhausen war über vier Monate Teil des deutschen KFOR-Kontingents im Kosovo. Normalerweise arbeitet die Rotenburger Stadträtin im Vorzimmer des Kommandeurs des Führungsunterstützungsbataillons 286 in der Alheimer-Kaserne. Foto: nh

Rotenburg. Manchmal sind es ganz einfache Dinge, die Menschen und humanitären Einrichtungen die Existenz sichern können. Brennholz zum Beispiel. Das Material ist überlebenswichtig im Kosovo. Die Winter sind hart, ohne das Holz geht nichts. Und dementsprechend teuer ist es.

Elvira Walter-Rosner aus   Lispenhausen weiß das. Sie hat gemeinsam mit anderen dafür gesorgt, dass die Bewohnerinnen des Frauenhauses in Prizren einigermaßen warm durch den Winter kommen, hat Brennholz für sie organisiert und auch noch Spenden gesammelt. Denn das Frauenhaus erhält keinerlei staatliche Unterstützung, ist aber seit Jahren Heimstatt für etwa 15 Frauen mit ihren Kindern.

Gut vier Monate lang war Elvira Walter-Rosner Mitarbeiterin der Einsatzwehrverwaltungstelle im deutschen KFOR-Einsatz in Prizren. Dort hatte sie – anders als in Deutschland – den Status einer Unteroffizierin.

Einfach neugierig

Auslandseinsätze gehören für Elvira Walter-Rosner zum Arbeitsalltag. Nicht, weil sie ständig im Ausland unterwegs ist, sondern weil sie als zivile Mitarbeiterin des Kommandeurs des Führungsunterstützungsbataillons 286 in Rotenburg verwaltungstechnisch mit den Einsätzen des Bataillons zu tun hat, und viel von den Erfahrungen der Soldaten hörte. „Ich bin dann einfach neugierig geworden. Außerdem versuche ich immer, Neues kennenzulernen“, sagt Walter-Rosner, die ehrenamtlich Stadträtin in Rotenburg ist und Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes.

Die 55-Jährige bewarb sich schließlich für einen Einsatz und wurde dabei auch von ihrer Familie unterstützt. Bevor sie in Prizren arbeiten konnte, musste sie eine mehrwöchige militärische Grundausbildung absolvieren, auch schießen lernen. „Das braucht man zur Eigensicherung und damit man im Ernstfall keine Gefahr für andere darstellt.“

Ende Mai reiste sie mit dem 32. deutschen Einsatzkontingent ins Kosovo. Dass Walter-Rosner dort einen militärischen Status erhielt und ausschließlich in Uniform unterwegs war, ist schlicht der Absicherung geschuldet: Somit unterliegt sie auch im Ausland den deutschen Gesetzen.

Im Camp in Prizren unterschied sich ihre Arbeit kaum von der in der Alheimer-Kaserne: Sie war mit Verwaltungsaufgaben betraut. Viel Zeit, Land und Leute kennenzulernen, bleibt da nicht. Dazu wurden dann eigens Ausflüge organisiert, ein militärisches Camp ist schließlich kein Ferienlager, in dem man nach Lust und Laune aus- und eingehen kann.

Zusammenarbeit

Im Camp lernte Walter- Rosner auch Vertreter der CIMIC kennen, der Civil Military Cooperation, die auftragsbedingt engen Kontakt zu Einheimischen unterhält und hilft, nachhaltig wirkende zivile Projekte zu unterstützen. So kam der Kontakt zum Frauenhaus zustande.

Elvira Walter-Rosner stellt eine Spendenbox für das Frauenhaus auf, in der innerhalb weniger Tage 300 Euro landeten. Fünf Soldatinnen, darunter Walter-Rosner, brachten das Geld zur Leiterin und einzigen Mitarbeiterin des Hauses. Es wurde zur Reparatur elektrischer Leitungen verwendet. Weitere Besuche im Frauenhaus folgten – schließlich wurde das teure Brennholz organisiert. Und das Frauenhaus in Prizren kann auch weiterhin auf deutsche Unterstützung zählen, erklärte Walter-Rosner. Ob sie selbst noch einmal im Kosovo arbeiten wird, steht noch nicht fest. Aber sie kann es sich gut vorstellen.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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