Alheimer-Kaserne: Stadt will endlich Antworten von Bundeswehrverwaltung

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Sorgen sich um die Zukunft der Alheimer-Kaserne: Bürgermeister Christian Grunwald (links) und Stadtverordnetenvorsteher Klaus Troch wollen die zivile Umnutzung vorantreiben. Foto: Janz

Rotenburg. In zwei Jahren soll die Alheimer-Kaserne in Rotenburg geräumt sein. Doch bevor der Bundeswehrstandort zivil genutzt werden kann, muss noch viel geklärt werden. Die Stadt Rotenburg übt nun scharfe Kritik an der Bundeswehrverwaltung wegen einer mangelnden Unterstützung der Kasernenkonversion.

„Wir dachten, wir lägen gut in der Zeit, doch die Probleme zeigen sich im Detail“, sagt Bürgermeister Christian Grunwald gegenüber unserer Zeitung. So sei unklar, ob es Altlasten auf dem Kasernengelände gibt und ob sie noch beseitigt werden. Auch Details zum Zustand des Kanalnetzes fehlten. Zwar hat das Verteidigungsministerium angekündigt, 850 000 Euro in die Sanierung der maroden Abwasserleitungen zu investieren (wir berichteten). Doch wann das Geld fließt und wofür genau, sei bislang unbeantwortet, sagt Grunwald.

„Wir müssen endlich Klarheit haben“, fordert auch Stadtverordnetenvorsteher Klaus Troch. Es sei ohnehin schwer, die Kaserne zu vermarkten. „Wir müssen ein enges Fenster abpassen, um jemanden zu finden, der dann den Bedarf hat und einen Umzug tragen will, wenn die Kaserne zur Verfügung steht.“ Deshalb könne man derzeit auch noch nicht sagen, wie die Kaserne künftig genutzt wird.

Grunwald und Troch hätten sich von der zivilen Verwaltung der Bundeswehr deutlich mehr Unterstützung erwartet. Es müssten sich alle Seiten engagieren, damit die Konversion erfolgreich ist: „Stattdessen treffen wir hier auf eine Mauer der Ignoranz beim zuständigen Bundesamt“, sagt Grunwald.

Eine Sprecherin des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (Baiud) erklärte gegenüber unserer Zeitung, eine einzelne Anfrage, die bislang zu den Themen Altlasten und Kanalisation eingegangen sei, habe das Amt beantwortet. Weitere Fragen seien derzeit nicht bekannt.

Von Marcus Janz

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Quelle: HNA

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