Alheimer-Kaserne: Rotenburger Fernmelder gehen für 130 Tage nach Kabul

Antreten zum Appell: Die Soldaten, die Einsatzunterstützung für das deutsche ISAF-Kontingent in Afghanistan leisten, wurden am Freitag verabschiedet. Weil das Bataillon inzwischen eher Kompaniestärke hat, fand die Zeremonie auf dem Parkplatz statt. Foto: Janz

Rotenburg. Wieder gehen Rotenburger Fernmelder nach Afghanistan. Doch es ist das letzte Mal, dass eine größere Zahl von Soldaten aus der Alheimer-Kaserne in den Einsatz geschickt wird.

42 Soldaten der 2. Kompanie des Führungsunterstützungsbataillons 286 leisten 130 Tage lang Dienst in der Hauptstadt Kabul. Wenn sie in vier Monaten zurückkehren, werden die meisten an andere Bundeswehrstandorte versetzt. So schreitet der Abschied der Bundeswehr von Rotenburg bis 2016 voran.

Dass das Ende naht, wurde auch beim Verabschiedungsappell am Freitag deutlich: Das Bataillon hatte zu diesem Anlass gerade noch Kompaniestärke, sagte auch Kommandeur Oberstleutnant Lando Pietsch. Damit sich die Soldaten nicht auf dem großen Exerzierplatz verloren, traten sie kurzerhand auf dem Parkplatz hinter dem Stabsgebäude an.

Die Lichter gehen aus

„Langsam gehen die Lichter aus“, sagte Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke zum schleichenden Abzug der Bundeswehr. Er könne kaum glauben, „dass unsere Alheimer-Kaserne keine militärische Verwendung mehr finden wird“ - zumal ein mit Millionenbeträgen sanierter Bundeswehrstandort geschlossen wird, während andere erhalten bleiben und noch teuer modernisiert werden müssen.

Lüdtke wünschte den Soldaten der Alheimer Patenkompanie viel Glück: „Mit diesem Militäreinsatz für den Frieden leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung und zum Wiederaufbau Afghanistans.“ Das hörten gestern nur neun Soldaten der zweiten Kompanie, inklusive ihrem Chef Hauptmann Dirk Korthals und Kompaniefeldwebel Stephan Bläschke. Einige Soldaten sind bereits in Afghanistan, andere haben vor dem Abflug noch einige Tage frei.

Während bisherige Kontingente in Kunduz und Masar-e Scharif in großen Camps untergebracht waren, verbringen die Soldaten die vier Monate nun auf einem 180 mal 180 Meter großen Areal am Flughafen. Sie werden in der ganzen Hauptstadt ihre Fernmelderdienste leisten.

Akribisch vorbereitet

„In einer Zeit voller Ungewissheit, wie es mit dem Land Afghanistan und unserer Mission weitergeht, sind Sie diejenigen, die dort Verantwortung übernehmen“, sagte Kommandeur Pietsch. Die Soldaten seien akribisch auf den Einsatz vorbereitet worden, deshalb könne er sie mit einem guten Gefühl in den Einsatz entlassen.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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