6. Kompanie der Führungsunterstützer aufgelöst

Alheimer-Kaserne in Rotenburg: "Der Auflösungsprozess schreitet voran"

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Zum letzten Mal angetreten: Kompaniechef Hauptmann Christian Arendt meldete die 6. Kompanie des Führungsunterstützungsbataillons 286 beim Appell in der Alheim-Kaserne ab.

Rotenburg. Die Fernmelder aus der Alheimer-Kaserne haben am Freitag nicht nur ihre Kameraden verabschiedet, die vier Monate in Kabul im Auslandseinsatz sind. Beim Appell wurde auch die sechste Kompanie des Führungsunterstützungsbataillons 286 aufgelöst. Es ist der nächste Schritt zum endgültigen Abschied der Bundeswehr von Rotenburg.

"Der Auflösungsprozess schreitet unaufhaltsam voran", sagte Oberstleutnant Lando Pietsch in seiner Ansprache. Weil zunehmend Soldaten versetzt werden, müssen die Einheiten neu organisiert werden - "im Sinne einer effektiven und konzentrierten Auftragserfüllung", sagte der Kommandeur. Die 3. und 4. Kompanie des Bataillons, die nach Neustadt ausgelagert waren, wurden bereits im vergangenen Sommer aufgelöst. Nun wird auch die 6. ganz offiziell außer Dienst gestellt.

"Ich hatte aber schon länger de facto nichts mehr zu sagen", erklärte der scheidende Kompaniechef Hauptmann Christian Arendt beim anschließenden Empfang. Die meisten seiner Soldaten waren zuletzt schon auf die anderen Kompanien verteilt.

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Für Arendt ist es bereits die dritte Kompanie, die er auflöst. Die Sechste wurde 2006 gemeinsam mit dem Bataillon aufgestellt. Sie leistete Unterstützungsarbeit im Bundeswehr-Ausbildungszentrum für UN-Missionen in Wildflecken, stellte vor einem Jahr aber auch selbst die Fernmeldekompanie des deutschen ISAF-Kontingents in Afghanistan,

Ende einer Patenschaft: Hauptmann Christian Arendt (von links), Ortsvorsteher Georg Almeroth und Andreas Nölke von der Vereinsgemeinschaft Weiterode unterzeichneten die Urkunde, mit der die Verbindung zwischen dem Bebraer Stadtteil und der 6. Kompanie offiziell gelöst wird.

Damals war der enge Kontakt nach Weiterode besonders wichtig, sagte Arendt. Der Bebraer Stadtteil hatte die Patenschaft der Kompanie übernommen. Während des Auslandseinsatzes stärkten die Briefe, Karten und Päckchen aus Weiterode die Moral der Truppe. Die Patenschaft wurde am Freitag ebenfalls offiziell gelöst. "Es nutzt ja nix, es ist rum", sagte Arendt. Er selbst wird nun einen Generalstabslehrgang besuchen.

Weniger gefasst zeigte sich Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald: "Ich hasse solche Tage hier. Ich könnte einfach losheulen", bekannte er beim Empfang. Und emotional ging es weiter: "2016 wird die Bude hier endgültig dicht gemacht, und das geht mir auf die Nerven."

Um ein Zeichen gegen den schleichenden Auflösungsprozess der Bundeswehr zu setzen, lud Grunwald schon jetzt alle Soldaten für eine Abschiedsfeier ein: "Dann machen wir hier nochmal richtig einen drauf."

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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