In der Alheimer Kaserne werden weiter Soldaten für den Aufbau von Antennentürmen ausgebildet

Alheimer Kaserne: Hoch hinaus für guten Empfang

Rotenburg. Bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr hängt viel von einer funktionierenden Kommunikation ab. Gefahrenmeldungen, Lageberichte und Telefonate müssen verlässlich ankommen. In Afghanistan sorgen teilweise 45 Meter hohe Funkmasten für die richtige Verbindung.

Der Antennenturm
in Zahlen

 Antennenturm schwer AT-30/1 mit Erweiterungssatz

• Höhe: 44,2 Meter

• Grundfläche: 1,40 mal 1,90 Meter

• Der Turm besteht aus 24 Segmenten mit einer Höhe von 1,86 Metern.

• Der gesamte Antennenmast kann auf drei Lastwagen transportiert werden.

• Befestigung: Die Abspannseile werden bis zu 60 Meter vom Turm entfernt mit 96 Erdnägeln (Länge 80 Zentimeter) im Boden verankert. (mcj)

Den Aufbau lernen die Soldaten in der Alheimer Kaserne in Rotenburg. Seit 2010 ist das Führungsunterstützungsbataillon 286 die einzige Einheit, die Soldaten im Auf- und Abbau von Mastanlagen schult. Derzeit läuft wieder ein vierwöchiger Kurs. Einige der Teilnehmer gehen demnächst nach Afghanistan, wo sie sich um derzeit drei schwere Antennenmasten kümmern werden.

Die anderen werden womöglich künftig selbst Ausbilder sein. Weil die Alheimer Kaserne Anfang 2016 geschlossen wird, hat Hauptmann Thomas Müller, Chef der 2. Kompanie, bereits einige Soldaten zum Lehrgang eingeladen, deren Einheit künftig die Ausbildung übernehmen könnte. „Noch ist nichts entschieden, aber wir wollen den Kameraden möglichst frühzeitig die Möglichkeit geben, sich auf die neue Aufgabe vorzubereiten.“ Bevor sie auf den Turm dürfen, müssen sie viel lernen: Die Liste der Sicherheitsvorkehrungen ist lang, Kenntnisse bei der Höhenrettung die Voraussetzung. „Manche merken erst auf dem Turm, dass sie Probleme mit der Höhe haben“, sagt Oberstabsfeldwebel Holger Stettin. Der Reservist aus der Nähe von Karlsruhe arbeitet seit 35 Jahren an schweren Antennenmasten und kehrt für die Lehrgänge immer wieder in den Dienst zurück.

Alheimer Kaserne Rotenburg: Soldaten stellen Funkturm auf

„Ein eingespieltes Team kann den Turm in acht bis zehn Stunden aufbauen“, sagt Stettin. Das sei aber nicht oft nötig. Bis zu fünf Jahre stehen die Masten an Ort und Stelle. Doch jederzeit kann etwas passieren, vom Unfall bis zum Umzug des Camps. Deshalb geht die Ausbildung weiter. Vorerst geschieht das noch in Rotenburg.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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