Aufwendige Verfahren für Beseitigung der Schäden sind nötig

Aggressiver Biodiesel löst die Straßen auf

Hersfeld-Rotenburg. Bei Unfällen mit Lastwagen auf den Straßen läuft häufig Biodiesel und Öl aus. Die Beseitigung kann teuer werden, weil gerade Biodiesel einen aggressiven Stoff enthält, der Straßenoberflächen auflöst.

Bei der Autobahnmeisterei Hönebach, die für die A 44 bis Hessisch Lichtenau und die A4 von Kirchheim bis zum sogenannten Thüringer Zipfel zuständig ist, treten zehn bis 15 Fälle pro Jahr auf, bei denen Biodiesel und Öl von der Straße entfernt müssen, berichtet Daniela Czirjak, Pressesprecherin von Hessen Mobil.

Bei größeren Unfällen können Flächen auf einer Länge von mehreren Kilometern betroffen sein, sagt Czirjak. Dabei könnten Kosten bis zu einer fünstelligen Summe entstehen. Wenn der Unfallverursacher bekannt ist, zahlt dessen Versicherung. Wenn dies nicht der Fall ist, müssen der Bund, das Land oder der Kreis für die Kosten aufkommen, je nachdem, wer für die Straße zuständig ist, erklärt die Pressesprecherin.

Bei der Beseitigung des Biodiesels gibt es zwei unterschiedliche Verfahren. Beim Kaltverfahren wird ein Mittel auf den Asphalt aufgespritzt, das verhindert, dass der Biodiesel in zwei Komponenten zerfällt, von denen eben eine sehr aggressiv ist und den Asphalt auflösen kann. So kann der komplette Kraftstoff wieder von der Straße entfernt werden.

Eine Alternative ist das Heißverfahren. Dabei wird auf die betroffene Stelle heißes Wasser aufgesprüht, das den Biodiesel herauswäscht und die Flüssigkeit wird anschließend wieder aufgesaugt. Im ungünstigsten Fall müsste die Fahrbahndecke erneuert werden. Dabei wird die oberste poröse Schicht in einer Stärke von vier Zentimetern ausgetauscht.

Probleme macht zunehmend herkömmlicher Diesel, da auch diesem verstärkt Biodiesel beigemischt wird. Die aggressiven Stoffe sind also auch darin vorhanden.

HINTERGRUND, ZUM TAGE

Von Franziska Kiele

Quelle: HNA

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