Das sagten die Soldaten vor dem Abmarsch

Fernmelder aus der Alheimer-Kaserne: In Afghanistan wird die Kompanie zur Familie

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Ein letztes Foto: Nach dem Abschiedsappell für die zweite Kompanie des Führungsunterstützungsbataillons 286, die derzeit in Kabul ist, haben (von links) Stabsunteroffizier Carsten Cybok, Oberfeldwebel Carsten Flaum und Oberfeldwebel Sebastian Backhaus Erinnerungsfotos gemacht.

Rotenburg. Seit einigen Tagen ist die zweite Kompanie des Führungsunterstützungsbataillons 286 in Afghanistan. Die 42 Fernmelder stellen in Kabul die Einsatzunterstützungskompanie. Vor dem Abmarsch erzählten uns mehrere Soldaten, warum ihre Sicherheit nicht ihre größte Sorge ist.

„Die Angehörigen machen sich mehr Sorgen um die Sicherheit als die Soldaten selbst“, sagt Stabsfeldwebel Stephan Bläschke. Der 43-Jährige aus Sterkelshausen ist Kompaniefeldwebel und für seine 41 Kameraden in Kabul der wichtigste Ansprechpartner. Er weiß, was in ihren Köpfen vorgeht: Die Soldaten machen sich nicht so sehr um Gefahren im Einsatz Gedanken, sondern darum, wie ihre Angehörigen klarkommen.

„Es sind Kleinigkeiten wie das Organisieren des Winterreifenwechsels“, erzählt Feldwebel Carsten Flaum. Der 32-Jährige sorgt sich, wie seine Frau in Kassel den Alltag mit dem 15 Monate alten Sohn meistert, wenn er nicht da ist. „Man muss viel vorbereiten, wenn etwa das Kind betreut werden muss, weil die Kita geschlossen ist“, sagt Flaum. Und dann sind da die Situationen, auf die man sich nicht vorbereiten kann. Das funktioniere nur mit einem starken Partner zu Hause.

Den Kopf freihaben 

„Wir sind da in einem Spagat“, erklärt Bläschke. Die Soldaten müssen den Kopf frei- haben, um in Afghanistan ihren Job machen zu können. „Das ist Priorität Nummer 1, aber die Familie ist doch immer im Hinterkopf“, sagt Bläschke. Zumal es im Camp keine Privatsphäre gebe, wenn die Soldaten dicht auf dicht leben. „Die Kompanie wird für vier Monate unsere Familie“, sagt Bläschke.

Die eigene Sicherheit hingegen sei für die Soldaten eine geringere Sorge. „Wir haben enorm viel Zeit in die Ausbildung investiert und sind gut vorbereitet“, sagt der Kompaniechef, Hauptmann Dirk Korthals. Er war mit Bläschke schon im Vorfeld in Kabul, hat das Lager erkundet, um seine Soldaten darauf einzustellen.

Die Teams seien eingespielt und würden im Laufe der 130 Einsatztage sogar noch enger zusammenwachsen. Jedem seien die Gefahren bewusst, aber alle arbeiten zusammen: „Wir können uns aufeinander verlassen und nur hoffen, dass es gut geht“, sagt Korthals.

Von Marcus Janz 

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Quelle: HNA

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