Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Anlaufprobleme mit zentraler Rufnummer

Hersfeld-Rotenburg. Ärzliche Hilfe außerhalb der Praxiszeiten gibt es seit dem 1. April kreisweit unter Telefon 116 117. Doch nicht immer funktioniert das einwandfrei. So gibt es aus Friedewald Klagen.

Nach mehrfachen Versuchen bei der 116 117 hatte die betroffene Familie schließlich einen Krankenwagen über die Notrufnummer 112 bestellt.

Ärzte und Patienten bemängelten gegenüber unserer Zeitung, in der Zentrale in Kassel hätten einige „keinen Plan“ von dem riesigen Gebiet Nordhessens, das noch weiter nach Süden ausgeweitet werden soll und im Endausbau von Nordhessen bis Limburg-Weilburg und den Main-Kinzig-Kreis reichen wird. Die überregionale Zentrale sei nicht nur für die Patienten, sondern auch für Ärzte, die sich dort anmelden müssen, nicht immer gut erreichbar.

Die Klagen kann Christoph Wiemers von der Kassenärztlichen Vereinigung und Leiter der Dispositionszentrale in Kassel nicht nachvollziehen. Die Mitarbeiter in Kassel würden geschult, kämen aus der Region und hätten verschiedene Hilfsmittel. Anrufer, die länger als 30 Sekunden warten müssen oder auflegen, gelten als „verlorene Anrufer“. Davon zähle man nur 0,5 bis ein Prozent. Das sei top, sagt Wiemers. Wer am Telefon warten müsse, erhalte eine Ansage, an welcher Stelle der Warteliste er stehe.

Patienten können während der Zeiten des Bereitschaftsdienstes auch direkt in die Notfallsprechstunde kommen, ohne vorher anzurufen. Darauf weist Dr. Eckart Auel (Bad Hersfeld), Obmann der niedergelassenen Ärzte, hin.

Ausweichen auf Notruf 

Dass die Notrufnummer jetzt häufiger gewählt wird, bestätigte Dieter Pfaff auf Nachfrage. Er ist beim Kreis zuständig für den Rettungsdienst. „Wir werden häufiger angefragt“, sagte Pfaff. Zurzeit läuft eine Erhebung, die aber noch nicht abgeschlossen ist.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann 

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Quelle: HNA

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