Weiterschaltung funktionierte nicht

Ärztliche Bereitschaft: Dienst war nicht erreichbar

Rotenburg/Alheim. Ein Fehler bei der Telefonweiterschaltung hat dafür gesorgt, dass einen Vormittag lang der ärztliche Bereitschaftsdienst für Rotenburg und Alheim nicht erreichbar war.

Das Problem wurde bis zum Mittag des Tages behoben, hat der Rotenburger Arzt Dr. Albrecht Graefe, einer der beiden Obleute für den Bereitschaftsdienst, erklärt.

Was war passiert? Am Morgen des 9. März, einem Samstag, machte sich der Borkener Manfred Möller-Sauter Sorgen um seinen in Heinebach lebenden Vater. Dieser hatte, so erzählt Möller-Sauter, seit einiger Zeit Atemprobleme. Als eine Erkältung hinzukam, entschloss sich der Borkener, den ärztlichen Bereitschaftsdienst zu kontaktieren - aus Angst, sein Vater könne eine Lungenentzündung bekommen.

Morgens um 9 Uhr wählte er die Telefonnummer des Bereitschaftsdienstes. Per Bandansage wurde er vor die Wahl gestellt, in dringenden Fällen den Notruf 112 zu wählen oder in der Leitung zu bleiben und zu warten, dass man mit dem Bereitschaftsdienst verbunden werde. Möller-Sauer wartete, doch eine weitere Ansage erklärte ihm kurz darauf, dass niemand unter der Weiterleitung zu erreichen sei. Der ärztliche Bereitschaftsdienst sei am Kratzberg in Rotenburg untergebracht, hieß es noch.

Anruf im Kreiskrankenhaus

Ein weiterer Anruf im Kreiskrankenhaus - das hat die Adresse am Kratzberg - habe ergeben, dass der Bereitschaftsdienst schon seit drei Jahren an der Borngasse sei.

Möller-Sauter versuchte, den Bereitschaftsdienst um 10 Uhr erneut zu erreichen - wieder vergebens. Er wählte die 112  und erfuhr, dass er nicht der erste Anrufer an jenem Morgen sei, der dieses Problem habe.

Lieber in die Notaufnahme

"Letztlich habe ich mich entschieden, zur Borngasse zu fahren, in der Hoffnung, dort einen Arzt anzutreffen", berichtet Möller-Sauter. Die Tür sei verschlossen gewesen, es habe keinen Hinweis gegeben. Möller-Sauter beschloss, mit seinem Vater in die Notaufnahme des Krankenhauses zu fahren - so wie einige andere Patienten auch. Mittlerweile, berichtet er, gehe es seinem Vater wieder gut. Aber: Er wandte sich im Nachhinein an unsere Zeitung. "So etwas darf nicht passieren, wir möchten uns entschuldigen", erklärte Dr. Albrecht Graefe zu dem Fall. "So einen Fall hat es im vergangenen Jahrzehnt nicht gegeben."

Graefe forschte nach. Ein Medizinisches Versorgungszentrum am Krankenhaus habe an jenem Wochenende Dienst gehabt. Von dort habe eine Telefonweiterschaltung nicht funktioniert. Graefe legt großen Wert auf die Tatsache, dass der diensthabende Arzt einsatzbereit gewesen wäre. "Aber sein Handy hat nicht geklingelt."

Bereits am Mittag habe die Zentrale Leitstelle Graefes Kollegen Dr. Wilfried Rank erreicht, der mit ihm den Bereitschaftsdienst koordiniert und sich umgehend um das Problem gekümmert habe. Graefe: "Ab mittags funktionierte alles wieder."

Von Rainer Henkel

Quelle: HNA

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