Gemeinschaftspraxis erkennt Entscheidung an

Ärztestreit in Heinebach ist beigelegt

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Hermann-J. Strotmann

Heinebach. Die Auseinandersetzung um den vierten Hausarztsitz in Heinebach ist beendet. Die Gemeinschaftspraxis will den Spruch des Berufungsausschusses der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV) akzeptieren, erklärte Dr. Arthur Klementz gegenüber unserer Zeitung.

Der vierte Alheimer Arztsitz geht an den Rotenburger Allgemeinmediziner Dr. Hermann-Josef Strotmann.

Der Berufungsausschuss hatte in der vergangenen Woche die ursprüngliche Entscheidung des Zulassungsausschusses revidiert, der den Sitz des verstorbenen Alheimer Allgemeinmediziners Dr. Walter Stegmann der Gemeinschaftspraxis zugesprochen hatte. Stattdessen gab das Gremium den Widersprüchen von Strotmann und der Witwe Sylvia Stegmann statt, bestätigte KV-Sprecher Karl Matthias Roth auf Anfrage.

Der Berufungsausschuss habe vor allem die Interessen der Patienten im Blick gehabt, sagte Roth. Der Ausschussvorsitzende habe die Regelungen des Sozialgesetzbuchs so ausgelegt, dass bei einer Arztnachfolge möglichst die bestehende Praxis erhalten werden solle. Genau das hatte die Patienteninitiative Dr. Stegmann gefordert.

Sofortvollzug angeordnet

Außerdem hat der Berufungsausschuss, dessen Entscheidung nach Informationen unserer Zeitung nicht einstimmig gefallen ist, den Sofortvollzug angeordnet. „Das heißt, Dr. Strotmann darf ab sofort praktizieren“, sagte Roth.

Der Gemeinschaftspraxis bliebe nun noch der langwierige Weg vor die Sozialgerichte, der aber vorerst keine aufschiebende Wirkung hätte. Doch das haben die Ärzte Klementz und Dr. Jörg Merkel nicht vor: „Es ist so entschieden, für uns ist das Thema durch“, sagte Klementz auf Anfrage. Er erwarte jetzt, dass Strotmann den Arztsitz auch mit Leben erfüllt.

Strotmann selbst erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass er wie geplant selbst eine halbe Stelle in Alheim übernehmen werde. Die andere Hälfte übernimmt die Rotenburger Hausärztin Dr. Claudia Szabo, die bei der Alheimer Praxis angestellt wird. Strotmann selbst hat noch eine halbe Stelle in Mecklenburg-Vorpommern und eine Viertelstelle am Facharztzentrum Rotenburg.

Erfolg der Patienteninitiative

Er freue sich über die Entscheidung des Berufungsausschusses, die er als Erfolg vor allem der Patienteninitiative wertet, sagte Strotmann: „Der öffentliche Protest hat letztendlich den Ausschlag gegeben.“ Strotmann, der sich mit Sylvia Stegmann noch auf die genauen Bedingungen der Praxisübernahme einigen muss, will die Osterfeiertage für die Umstellung nutzen. Ab April soll dann die Praxis Stegmann zur Praxis Strotmann werden.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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