Mehr Zeit für Patienten durch weniger Verwaltungsaufwand

Ärzte froh über Wegfall der Praxisgebühr

Hersfeld-Rotenburg. Patienten müssen beim Arztbesuch keine zehn Euro mehr zahlen: Seit 1. Januar ist die Praxisgebühr abgeschafft. Nach den ersten Tagen können die Ärzte im Kreis Hersfeld-Rotenburg noch keine Aussage über mögliche Änderungen bei den Patientenzahlen machen. Den Wegfall der Praxisgebühr begrüßen die meisten aber.

„Wir sind froh, dass sie endlich weg ist“, sagt der Bad Hersfelder Allgemeinmediziner Dr. Martin Ebel, Delegierter des Bezirks Hersfeld-Rotenburg im Hausarztverband. Die Zeit, die sonst der Verwaltungsaufwand in Anspruch genommen habe, könne man nun für die Patienten verwenden. Zudem seien durch die Einführung der Gebühr nicht weniger Menschen zum Arzt gegangen. Vielmehr hätten sich einige Patienten am Ende des Quartals den Arztbesuch verkniffen, um die Praxisgebühr zu sparen. Dadurch hätte sich ihr Gesundheitszustand teilweise verschlechtert, sagt Ebel.

Den wegfallenden Verwaltungsaufwand nach dem Ende der Praxisgebühr sieht auch die Allgemeinmedizinerin Ute Schreiner aus Hönebach als großen Vorteil. Das Geld bekomme sie nun erst vier Wochen später mit den üblichen Abschlagszahlungen der Kassenärztlichen Vereinigung, doch der geringere bürokratische Aufwand wiege dies auf.

„Viele zücken noch automatisch die zehn Euro“, sagt Zahnärztin Dr. Monika Treubrodt aus Ronshausen. Es müssen nun zum Beispiel keine Quittungen mehr gedruckt werden und es müsse nicht mehr geprüft werden, ob der Betrag schon gezahlt wurde.

Die Praxisgebühr habe wenig Effekt gehabt, sagt Dr. Dagmar Mertens, Zahnärztin in Nentershausen. Es seien nicht weniger Behandlungen gewesen, und der Verwaltungsaufwand habe die Gebühren aufgefressen. Sie glaubt, dass sich die Patientenzahlen künftig mehr verteilen werden. Hintergrund, Zum Tage, Seite 2

Von Lara Sasse

Quelle: HNA

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