Im Heimatverein Weiterode erinnert man sich an Erfolge und Engagement

Ärmel hoch fürs Dorf

Abkühlung: Im Sommer ist am Tretbecken im Heiertal in Weiterode viel los. Das freut Peter Bickel, Vorsitzender des Heimatvereins Weiterode (links) , und Heinrich Koch, ehemaliger Heimatvereinsvorsitzender. Fotos: A. Koch

Weiterode. „Meine Vision war es, etwas für mein Dorf zu tun“, sagt Heinrich Koch. Er war von 1973 bis 1999 Vorsitzender des Heimatvereins Weiterode. „Es sollten lohnenswerte Ziele entstehen, wo man hinwandern kann, und Ruhebänke mit Ausblicken auf die herrliche Landschaft findet.“ Das hat der heute 85-Jährige erreicht – zusammen mit vielen anderen aktiven Vereinsmitgliedern.

Waren es mal über 200, sind es heute noch 150 Mitglieder. „Es stimmt leider. Die Tendenz ist rückläufig“, bestätigt der aktuelle Vereinsvorsitzende Peter Bickel. „Viele ältere Mitglieder sind schon gestorben, neue kommen nur wenige dazu.“ Oft liege das am Beruf. „Manche müssen jeden Tag sehr weit zur Arbeit fahren oder sind die ganze Woche nicht da“, sagt Peter Bickel. Und: „Die Verbundenheit zur Heimat ist nicht mehr so stark ausgeprägt wie das früher einmal war.“

Kontakte pflegen

„Als ich den Heimatverein im Januar 1969 ins Leben rief, war ich überzeugt von unserem Erfolg“, erinnert sich Heinrich Koch. „Auf Anhieb traten dem Verein 66 Gründungsmitglieder bei.“ Viele Weiteröder seien begeistert davon gewesen, etwas zur Verschönerung des Ortsbildes und zur Pflege der Gemarkung beitragen zu können.

Ehrenamtliche Helfer zu finden, sei damals nicht schwer gewesen. „Bei allen Arbeiten waren wir ein harter Kern von bis zu 15 Mitgliedern“, so Heinrich Koch. „Auch die Frauen waren in ihrem Element.“ Zum Beispiel, wenn es um die Bewirtung von Gästen ging. Kontakte waren wichtig, Netzwerke wurden gepflegt. „Für den Heimatverein war das eine ganz wichtige Erfolgsformel“, sagt Koch.

Über seine Position als Bürgermeister der Gemeinde Weiterode bestanden auch Kontakte zu Landesregierung. Geld zu bekommen, sei früher noch viel einfacher gewesen. Davon sei viel in die Heimatpflege, den Landschaftsschutz und die Tourismusförderung geflossen. Auch heimische Geschäftsleute seien spendabel gewesen. „Das Material für unsere Baumaßnahmen haben wir von den Firmen oft kostenlos bekommen“, erinnert sich Heinrich Koch.

„Spenden fließen zwar noch, aber mit Geld allein ist ein Verein auch nicht zu führen“, sagt Peter Bickel. „Bei Arbeitseinsätzen sind es nicht mehr so viele wie früher, die helfen. Und die, die aktiv sind, sind zumeist schon älter“, erklärt er die aktuelle Situation. Manche Arbeiten, wie das Säubern der Schutzhütten-Dächer, fielen da schon schwer.

Noch heute beliebt

Heinrich Koch freut sich am meisten darüber, dass „seine“ Anlagen heute immer noch so beliebt sind. An schönen Tagen wird das Tretbecken von bis zu 30 Besuchern genutzt. Die Burgrainhütte wird von vielen Familien und Vereinen für Feiern gemietet. Im Kräutergarten finden im Sommer regelmäßig Führungen statt.

Kontakt: Der Weiteröder Heimatverein freut sich über neue Mitglieder. Interessenten wenden sich an den Vorsitzenden Peter Bickel, Telefon 06622/603548.

 hintergrund

Von Alexandra Koch

Quelle: HNA

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